Hubble übt Suche nach außerirdischem Leben: Spur von irdischem Ozon in Mondlicht

Hubbles Nachfolger soll es ermöglichen, die Atmosphäre erdgroßer Exoplaneten zu untersuchen. Dass das durchaus erfolgversprechend ist, zeigte nun Hubble selbst.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 31 Beiträge

Illustration von Hubble vor dem "Blutmond"

(Bild: NASA)

Von
  • Martin Holland

Astronomen ist es gelungen, mit dem Weltraumteleskop Hubble die Erdatmosphäre so zu untersuchen, wie sie es in Zukunft bei erdähnlichen Exoplaneten machen wollen, um Spuren von außerirdischem Leben zu finden. In Sonnenlicht, das vom Mond während einer Mondfinsternis zu Hubble reflektiert wurde, fanden sie dabei die deutlichen Spuren des Ozons in der Erdatmosphäre. Ozon wird auf der Erde von der Sonnenstrahlung aus Sauerstoff gebildet und könnte als Biosignatur Indiz für Leben auf einem Exoplaneten sein. Hubbles Nachfolger soll in der Lage sein, die Atmosphäre erdgroßer Exoplaneten so zu analysieren, dass Ozon erkennbar wäre.

Wie die Forscher um Allison Youngblood von der Universität Colorado nun erklären, war ihr Experiment nicht einfach. Immerhin musste Hubble ausgerechnet den Mond stabil ins Visier nehmen, und zwar genau während einer Mondfinsternis. Eigentlich sei der Himmelskörper viel zu nahe für das Weltraumteleskop, sei ihnen zuerst gesagt worden. Es habe dann doch geklappt, sei aber so schwierig gewesen, wie ein Treffer ins Zentrum einer Dartscheibe auf einem Kreuzfahrtschiff bei stürmischer See, schreiben sie.

(Quelle: NASA)

Während der totalen Mondfinsternis am 21. Januar 2019 wurde der Mond nur von Sonnenlicht angestrahlt, das auf seinem Weg die Erdatmosphäre durchquert hatte – und dabei gestreut worden war. Es sorgt für die typische rote Farbe des Mondes während solch eines Himmelsspektakels. Auf dem Weg durch die Erdatmosphäre schlucken verschiedene Moleküle Teile des Lichts, die dann in dem Spektrum fehlen. So konnte in dem von Hubble aufgefangenen Licht die Spur von Ozon gefunden werden, führen sie nun im Astronomical Journal aus.

Das Vorgehen an sich ist nicht neu, erklären die Forscher. Es war aber die Premiere für eine derartige Analyse der Erdatmosphäre durch ein Teleskop im Weltraum. Bodengestützte Astronomie wird bei derartigen Untersuchungen durch die Erdatmosphäre behindert. Das Experiment sei nun eine gute Machbarkeitsstudie für das Weltraumteleskop James-Webb, das im kommenden Jahr endlich die Nachfolge Hubbles antreten soll.

Es soll in der Lage sein, im Licht ferner Sterne die Spuren von erdgroßen Exoplaneten beziehungsweise ihren Atmosphären zu finden – die viel dünner sind als die von Gasriesen, die bereits so beobachtet wurden. Würde man darin Spuren von Ozon und beispielsweise Methan finden, könnte das auf außerirdisches Leben hinweisen.

Lesen Sie auch

(mho)