Hybrid-Flugzeuge: Renault hilft Airbus, Batterien zu entwickeln

Langstreckenflugzeuge, die wenigstens zum Teil elektrisch angetrieben werden, sind noch Zukunftmusik. Damit sie real werden, kooperiert Airbus mit Renault.

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(Bild: Airbus, Renault)

Der Flugzeughersteller Airbus und der Autohersteller Renault kooperieren bei der Entwicklung von Stromspeichern für die Luftfahrt und für den Straßenverkehr. Zusammen wollen sie nach Möglichkeiten suchen, von der aktuellen Zellchemie von Lithium-Ionen-Akkus zu Festkörperbatterien zu gelangen. Diese könnten bis 2030 die doppelte Energiedichte haben, vermuten die beiden Unternehmen. Auch wollen sie sich darauf konzentrieren, das Energiemanagement zu optimieren und das Batteriegewicht zu verringern.

Bisher gibt es keine Stromspeicher, die insbesondere für Langstrecken-Flugzeuge mit Hybrid-Antrieb geeignet sind. Um dieses Haupthindernis auszuräumen, schließen sich Ingenieurteams von Airbus und Renault zusammen. Sabine Klauke, Chief Technical Officer von Airbus, erläutert laut einer Mitteilung, um bis 2050 CO₂-neutral zu werden, sei branchenübergreifende Zusammenarbeit nötig. Renault weise jahrelange Erfahrung mit Elektroautos auf, Airbus habe bereits Demonstratoren mit Elektroantrieb entwickelt.

Zum ersten Mal teilten nun Vertreter aus zwei verschiedenen Branchen ihr Wissen auf diesem Gebiet, betont Renault-Vizepräsident Gilles Le Borgne. Ebenso wie die Autoindustrie sei die Luftfahrt äußert anspruchsvoll, was Sicherheit und den Energieverbrauch angehe. Renault habe zehn Jahre Erfahrung mit der Wertschöpfungskette von Elektrofahrzeugen. Von den Entwicklungen, die das Unternehmen nun mit Airbus zusammen vorantreibe, könnten nicht nur Hybrid-Flugzeuge profitieren.

Airbus hatte im September 2020 ein Konzept namens ZEROe vorgestellt, laut dem bis 2035 das erste emissionsfreie kommerziell betriebene Flugzeug fertig sein soll. Dafür testet und erforscht Airbus Konfigurationen und Technikvarianten mit Wasserstoff, um mit Brennstoffzellen elektrische Energie zu erzeugen. Ein Hybrid-Flugzeug, das mit Treibstoff und mit elektrischer Energie betrieben wird, wird für 2030 angestrebt.

Zwei Jahre vorher will die kanadische Fluggesellschaft Air Canada 30 Elektro-Hybrid-Flugzeuge des Typs ES-30 des schwedischen Luftfahrtunternehmens Heart Aerospace in Betrieb nehmen. Diese sind allerdings für kürzere Strecken im Regionalverkehr gedacht. Renault hatte sich bereits 2010 zum Ziel gesetzt, von 2015/16 an jährlich mehr als 200.000 Elektroautos in seinen europäischen Werken zu produzieren. Kernmodell der Renault-Strategie war der Zoe, der später recht populär wurde.

(anw)