Hyperloop: Bau von Teststrecke in der Nähe von München hat begonnen

Bei der Forschung an dem Transportsystem Hyperloop ist die TU München schon seit Langem ganz vorn dabei. Nun wird dort eine erste Teststrecke errichtet.

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So soll nicht die Teststrecke, sondern eine richtige aussehen.

(Bild: TUM Hyperloop)

Von
  • Martin Holland

An der Technischen Universität München haben die Vorarbeiten für den Bau einer ersten eigenen Teststrecke für das futuristische Hochgeschwindigkeitstransportsystem Hyperloop begonnen. Das berichtet der Bayerische Rundfunk und ergänzt, dass vor Ort nahe Ottobrunn auch schon Material für den Aufbau bereitliegt.

Geplant sei eine 24 Meter lange und inklusive Fundament vier Meter hohe Betonröhre, in der ein Vakuum erzeugt werden kann. Ohne Luftwiderstand soll eine Kapsel dort durchgleiten, aber nicht mit Menschen an Bord. Dass auch ein Prototyp für diese Kapsel in Originalgröße vorgesehen ist, hat die Universität schon 2020 angekündigt. Bis Jahresende soll die Teströhre jetzt fertig werden, erklärt Projektleiter Gabriele Semino.

Das Transportsystem Hyperloop wurde von Tesla- und SpaceX-Chef Elon Musk entworfen, der seine Idee aber der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt hat, da er keine Zeit für die Realisierung habe. Es umfasst Transportkapseln, die mit mehreren Hundert Kilometern pro Stunde durch eine Vakuumröhre gejagt werden sollen.

Obwohl wichtige technische Aspekte des Konzepts ungeklärt sind – etwa bezüglich Sicherheit und Konstruktion der immens langen Vakuumröhren, oder Schwierigkeiten bei der Streckenführung – arbeiten mehrere Firmen an einer Realisierung, allen voran Virgin Hyperloop und HyperloopTT. Ersterem ging es lange um Personentransporte, inzwischen plant die Firma aber genau wie HyperloopTT nur noch Frachtbeförderung. In München wird derweil mit finanzieller Unterstützung des Freistaats Bayerns weiter am Transport von Personen geforscht.

Die Teströhre entsteht nun auf dem Ludwig Bölkow Campus in Taufkirchen an der Grenze zu Ottobrunn. Das dafür verantwortliche Team hat zwischen 2016 und 2020 alle von SpaceX veranstalteten Geschwindigkeitswettbewerbe für Hyperloop-Testkapseln gewonnen. Bei dem jetzt an der Universität verfolgten Projekt geht es allerdings nicht mehr darum, die erreichte Geschwindigkeit der Pods zu erhöhen, sondern Aspekte wie Sicherheit, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit zu erforschen.

Mögliche Hyperloop-Strecken zwischen München und anderen deutschen Metropolen würden zwischen 26 und 32 Millionen Euro pro Kilometer kosten, hat das Team schon einmal ausgerechnet. Das liegt nur leicht über den mittleren Kosten von 25 Millionen Euro pro Kilometer für Hochgeschwindigkeitsstrecken für Eisenbahnen in Europa (bei 15 Millionen Euro pro Kilometer in Spanien), die in einem Bericht für den Europäischen Rechnungshof 2018 ermittelt worden sind. Gleichzeitig wären die Reisezeiten immens verkürzt, etwa auf 70 Minuten zwischen Hamburg und der bayerischen Landeshauptstadt.

(mho)