IDC: Mehr Angriffe auf IT im Corona-Jahr

Die Marktforscher haben über 200 deutsche Unternehmen zum Stand der IT-Sicherheit befragt. Homeoffice macht 2020 besonders viele Probleme.

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(Bild: JARIRIYAWAT/Shutterstock.com)

Von
  • Ariane Rüdiger

Alle zwei Jahre befragt das Marktforschungsunternehmen IDC deutsche IT-Anwender zum Thema IT-Sicherheit – 2020 war es wieder so weit. Ergebnis der Umfrage, an der über 200 Unternehmen mit mindestens 100 Mitarbeitern aus vielen Branchen teilnahmen: Die Zahl der Firmen, die einen erfolgreichen Angriff erleben mussten, hat sich gegenüber der letzten Untersuchung von 67 auf 78 Prozent der Befragten erhöht.

Das führt bei den Unternehmen vor allem zu Sorgen wegen finanzieller Schädigung (24 %, nur eine Nennung möglich), gefolgt von Downtime (19 %) und Verlust geistigen Eigentums (17 %). Um ihren guten Ruf fürchten 16 Prozent der Firmen, den Verlust von Kunden befürchten 13 Prozent und relativ geringe 10 Prozent bangen ums digitale Vertrauen.

Durch die Covid-19-Pandemie haben sich neue Sicherheitsthemen nach vorn geschoben: Steigende Investitionsbereitschaft verzeichnen unter anderem die Sicherung des Homeoffice (hier wollen 38 % der Befragten mehr ausgeben). Netzwerksicherheit (31 %) und Datensicherheit (28 %) folgen auf den Plätzen 2 und 3. Schulungen werden dagegen nur von 22 Prozent als Feld für Mehrausgaben genannt: Die meisten IT-Teams haben genug damit zu tun, das Homeoffice überhaupt zum Laufen zu bekommen.

Dass Netze und Datensicherheit im Moment das Bild besonders bestimmen, belegt auch die Frage nach den derzeit wichtigsten Themen bei Sicherheitssoftware. Vorn liegen hier Netzwerksicherheit mit 37 Prozent Nennungen, Datensicherheit (36 %), Backup und Datenschutz (35 %) sowie Cloud-Sicherheit (21 %).

Insgesamt machte IDC einige aktuell prägende Trends beim Thema IT-Sicherheit aus: So ist eine umfassende Risikoperspektive gefragt, die am besten schon im Konzeptstadium anfängt. Covid-19 verstärkt die Sicherheitsrisiken. Endgeräte und Umgebungen diversifizieren sich weiter, weshalb auch die Netzwerkebenen ab Layer 2 besser überwacht werden müssen. Auch Public Clouds werden häufiger angegriffen.

Gleichzeitig machen Plattformen und der Einbezug von Daten aus vielen unterschiedlichen Quellen bei der Suche nach Angriffen und verdächtigen Ereignissen Warnmeldungen genauer. Das erleichtert es Admins, sich auf tatsächlich relevante Bedrohungen zu konzentrieren.

(odi)