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IFA 2020: Die "Special Edition" findet ohne Samsung statt

Die IFA soll wegen der Coronavirus-Pandemie stark verkleinert stattfinden. Nicht alle Aussteller finden das sinnvoll – einer der wichtigsten springt jetzt ab.

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Bild aus besseren Zeiten: Samsung hat auch zur IFA 2019 den Citycube bezogen.

(Bild: Samsung)

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Die Haushaltsgeräte- und Elektronikmesse IFA Berlin muss im Krisenjahr 2020 auf einen wichtigen Aussteller verzichten: Der südkoreanische Elektronikriese Samsung wird nicht an der wegen der Coronavirus-Pandemie deutlich verkleinerten IFA teilnehmen. "Wir haben uns entschieden, unsere wichtigsten Neuigkeiten und Ankündigungen dieses Jahr im Rahmen einer eigenen digitalen Veranstaltung Anfang September zu präsentieren", erklärte Samsung am Dienstag gegenüber der dpa.

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Mit Samsung fehlt der IFA einer der größten und wichtigsten Aussteller. Der südkoreanische Konzern hat die Messe in der Vergangenheit stets für internationale Produktneuvorstellungen genutzt. Als Kernaussteller belegt Samsung zur IFA traditionell das Obergeschoss des 2014 eröffneten CityCube mit über 6000 Quadratmeter Ausstellungsfläche.

Wegen der weltweiten Coronavirus-Pandemie hatte die Messe Berlin entschieden, die IFA 2020 nicht wie gewohnt zu veranstalten. Dass es eine klassische IFA mit vollen Hallen nicht geben können wird, war bereits klar, als das Land Berlin das Verbot von Großveranstaltungen mit mehr als 5000 Teilnehmern bis in den Oktober verlängert hatte. Traditionell findet die IFA Anfang September statt.

In den vergangenen Jahren waren jeweils über 240.000 Besucher zur IFA auf das Berliner Messegelände gekommen. Das wird wegen der Beschränkungen in diesem Jahr nicht gehen. Die IFA plant deshalb nun, die Messe als vier kleinere, parallele Einzelveranstaltungen nur für Fachbesucher und Journalisten durchzuführen, deren Teilnehmerzahl auf jeweils 1000 Besucher pro Tag begrenzt ist.

Doch diese verkürzte "IFA 2020 Special Edition" trifft in der Branche nicht auf ungeteilte Zustimmung. Langjährige IFA-Veteranen stellen die Sinnfrage und ihre Teilnahme zur Disposition. Aus der Branche ist zudem zu hören, dass internationale Kern-Aussteller erwägen, nur ihre deutschen Mitarbeiter zur IFA zu schicken.

Samsung macht nun lieber etwas Eigenes. Der globale Marktführer in der Unterhaltungselektronik wird der Messe aber nicht dauerhaft den Rücken kehren. "Obwohl Samsung nicht an der IFA 2020 teilnehmen wird, freuen wir uns auf die zukünftige Fortsetzung unserer Zusammenarbeit mit der IFA", erklärte das Unternehmen.

Die IFA wäre damit die erste große Messe in der Tech-Industrie seit der CES in Las Vegas im Januar. Die Mobilfunkmesse MWC Barcelona war im Februar wegen des sich ausbreitenden Coronavirus abgesagt worden, nachdem zahlreiche Aussteller ihren Rückzug angekündigt hatten. Damals musste sich der Branchenverband GSMA als Veranstalter harte Kritik für die Absage des MWC anhören.

Doch inzwischen sieht es so aus, dass 2020 die meisten Großveranstaltungen ausfallen. Auch andere Veranstalter haben ihre Messen abgesagt oder digitale Alternativen angekündigt. Die Computex fällt 2020 nun ganz aus, nachdem sie zunächst auf September verschoben worden war. Die Gamescom soll im August als Digital-Event stattfinden. Auch zahlreiche Konferenzen fallen aus oder finden nur digital statt, wie die Entwicklerkonferenzen von Facebook, Google und Apple.

(vbr)