IPTV: Waipu.tv bringt eigenen Streaming-Stick auf den Markt

Bislang setzte der Live-TV-Streamingdienst auf fremde Hardware, nun soll ein eigener Player die Marktdurchdringung vorantreiben.

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(Bild: Exaring AG)

Von
  • Nico Jurran

Bereits seit 2016 existiert das IPTV-Angebot „Waipu.tv“ der Exaring AG, das mit jedem beliebigen Breitband-Internet-Anschluss funktioniert, aber dennoch die Verlässlichkeit und Qualität eines Kabelanschlusses verspricht. Im 1. Quartal 2021 konnte die Live-TV-Plattform mit diesem Konzept rund 645.000 Haushalte an sich binden, die die Streams über Fire-TV-Geräte und Apple TVs auf ihren Fernseher bringen oder Smart-TVs von Samsung beziehungsweise Modelle mit Google TV (Android TV) einsetzen.

Am heutigen Mittwoch stellt Waipu.tv nun seinen ersten eigenen Player vor, den "Waipu.tv 4K Stick" (tatsächlich eher ein kleines Kästchen mit kurzem HDMI-Kabel daran). Laut Christoph Bellmer, Gründer und Chef der hinter Waipu.tv stehenden Exaring AG, Christoph Bellmer soll das Gerät Waipu.tv hierzulande endgültig zum Durchbruch verhelfen.

Um dieses Ziel zu erreichen, wurde der Stick auf das Live-TV-Streaming optimiert. Das bedeutet zum einen, dass seine Fernbedienung mit Zifferntasten ausgestattet ist, mit dem sich Sender über ihre Kanalnummern direkt anwählen lassen. Zum anderen soll der Stick so schnell zwischen den TV-Kanälen umschalten können, dass endlich wieder das alte „Zapping-Gefühl“ aus den Tagen des analogen TV-Empfangs aufkommt.

Darüber hinaus sind weitere Unterhaltungs-Apps, wie YouTube, sowie alle bekannten Sender-Mediatheken bereits vorinstalliert. Waipu.tv-Partner Netflix hat sogar eine Direktwahltaste auf der Fernbedienung erhalten. Als Betriebssystem nutzt der Stick Android-TV, weshalb auch weitere Apps aus dem Google Play Store nachinstallierbar sind.

An WLAN-Standards unterstützt der Stick Verbindungen mit 2,4GHz und 5GHz (IEEE 802.11 a/b/g/n/ac 2x2 Dualband) inklusive WPA/WPA2. Eine Anbindung via LAN-Kabel ist mit einem USB-Ethernet-Adapter möglich. LAN-Kabel und Adapter sind nicht im Lieferumfang enthalten. Der Stick wird über ein mitgeliefertes USB-C-Kabel mit Strom versorgt, ein Netzteil ist im Lieferumfang enthalten.

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Der Stick wird zum Produktlaunch zunächst im Bundle mit dem "Perfect Plus"-Paket verfügbar sein. Das Paket inklusive Stick ist ab sofort über die Website des Dienstes erhältlich - für die ersten 12 Monate zu einem unveränderten Preis von 12,99 Euro monatlich, ab dem 13. Monat dann mit einem Aufpreis von monatlich 3 Euro für den Player. Die Möglichkeit, den Sticks für einmalig rund 60 Euro zu kaufen, soll etwas später kommen.

Im Abo enthalten sind über 170 Sender, darunter neben den beliebtesten Free-TV Sendern in HD auch das laut Exaring größte Pay-TV-Paket Deutschlands (mit über 45 Pay-TV Kanäle) sowie die waiputhek mit über 20.000 Filmen und Serien auf Abruf. Nach Ablauf von 12 Monaten können Kunden wie gewohnt monatlich kündigen.

Hinter Waipu.tv steht die Exaring AG, an der wiederum die Freenet AG mit 50,01 Prozent beteiligt ist. Nach eigenen Angaben hat Waipu Zugriff auf einen mehr als 13.000 km langen Glasfaser-Ring hat, der zieht sich durch weite Teile Deutschlands zielt. So konnte das Unternehmen über Hunderte von Knotenpunkten zu DSL- und Kabelnetzen bereits zum Start 23 Millionen Haushalte erreichen. Die TV-Daten an den Internet-Knoten vorbei und werden erst in der Nähe des Haushalts in den bestehenden Breitband-Anschluss des Nutzers eingespeist. Man spricht daher auch von OTT-TV (Over-The-Top Television).

Nach Überzeugung von Christoph Bellmer hat der neue Stick das Potenzial, bis 2030 über 30 Millionen deutsche Haushalte für OTT-TV zu begeistern. Würde sich das bisherige Wachstum hingegen linear fortsetzen, käme der Übertragungswert bis 2030 gerade einmal auf rund 10 Millionen Haushalte.

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Der Zugang lässt sich weiterhin für andere Internet-Dienste nutzen, wobei dieser Teil wie üblich über das Netz des gewählten Internet-Providers läuft. Als Mindestbandbreite des Internetzugangs für die Nutzung von Waipu.tv gibt Exaring 16 MBit/s an. (nij)