IRC statt Teams oder Slack

Convos aktualisiert seine IRC-Software fürs 21. Jahrhundert. Das freie Projekt will an Slack und Teams gewöhnte Nutzer ansprechen.

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(Bild: convos-chat)

Von
  • Moritz Förster

Chats fürs Unternehmen erlebten mit Corona einen Höhenflug – und insbesondere Microsoft Teams und Slack konnten von ihm profitieren. Doch wer seine Daten keinem externen Dienstleister anvertrauen will, kann ebenso im eigenen Rechenzentrum einen Messaging-Server betreiben. Selbst mit dem klassischen IRC lässt sich dies umsetzen, wie das Projekt Convos zeigt, das in der Version 6.00 vorliegt.

Für den Nutzer handelt es sich bei Convos um eine Web-Applikation, die ähnlich wie die kommerzielle Konkurrenz gestaltet ist: In der linken Seitenleiste finden sich verbundene Server und die beigetretenen Kanäle, darunter lassen sich alle Einstellungen des Anwenders vornehmen. Die Mitte dominiert der Chat-Verlauf, der ebenfalls hochgeladene Bilder direkt anzeigen kann. Auf der rechten Seitenleiste listet der Client die aktiven Nutzer des Channels auf.

Convos sorgt dafür, dass der Nutzer auf dem Server konstant online bleibt. Alle Nachrichten und Aktivitäten sind persistent, die Software speichert sie im lokalen Archiv und der Anwender verliert sie bei Inaktivität nicht. Für letzteres kommt ein stets aktiver IRC Bouncer zum Einsatz, den das Convos-Projekt ab Werk integriert hat und der keine eigene Konfiguration durch den Nutzer voraussetzt.

Auch ein experimenteller Videochat ist mit an Bord, der auf WebRTC setzt. Alle Details finden sich auf der Webseite des Projekts, darunter auch eine Anleitung für die direkte Installation auf dem eigenen Server oder per Docker. Auch ein Demo-Zugang steht bereit. Als freie Software steht Convos unter der Artistic License 2.0 und erscheint für Linux-Systeme und macOS.

(fo)