ISS: Besatzung bringt sich vor Weltraumschrott in Sicherheit

Die Besatzung der Internationalen Raumstation musste am Montag in ihre Raumkapseln, um notfalls direkt starten zu können. Grund war eine Kollisionsgefahr.

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(Bild: NASA)

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  • Martin Holland

Die Internationale Raumstation ISS hat am Montag mehrfach potenziell gefährlichen Weltraumschrott passiert. Die Astronauten und Astronautinnen an Bord mussten sich sicherheitshalber in die Raumkapseln zurückziehen, um notfalls zur Erde zurückzukehren. Das berichtet die russische Nachrichtenagentur TASS unter Berufung auf die Flugkontrolle in den USA.

Der Weltraumschrott kommt der Raumstation demnach alle 90 Minuten vergleichsweise nahe, die Besatzung ist also mit den Sicherheitsmaßnahmen beschäftigt. Ihre eigentlich vorgesehenen Zeitpläne für den heutigen Tag kann also nicht gehalten werden. Um was für Objekte es sich bei dem zu nahe kommendem Weltraumschrott handelt, ist derweil noch nicht bekannt.

Auf der Internationalen Raumstation sind aktuell zwei russische Kosmonauten, drei US-Astronauten und eine Astronautin sowie der deutsche Raumfahrer Matthias Maurer. Als Vorsichtsmaßnahme vor der berechneten Annäherung an den Weltraumschrott haben sie sich jeweils in die Raumkapseln begeben, mit denen sie auf die Station gekommen waren, also ein russisches Sojus-Raumschiff und eine Crew Dragon von SpaceX. Diese Vorsichtsmaßnahme ist vorgesehen, wenn es für die Raumstation gefährlich werden könnte. Der TASS zufolge war in Houston zwischenzeitlich sogar diskutiert worden, ob die Crew-3 um Maurer zur Erde zurückbeordert werden sollte. Der Deutsche hatte Jahre auf seinen ersten Weltraumflug gewartet, sein Start hatte sich zuletzt mehrfach verzögert.

Erst vor wenigen Tagen hatte die ISS den Orbit ändern müssen, um eine gefährliche Annäherung an Trümmer eines chinesischen Wettersatelliten zu vermeiden, der 2007 bei einem Raketentest zerstört worden war. Dem US-Astronomen Jonathan McDowell zufolge war es das 29. Ausweichmanöver der ISS wegen Weltraumschrott, mindestens drei davon seien allein wegen der Trümmer dieses Satelliten erfolgt. Noch immer seien über 2700 davon in einer Umlaufbahn unterwegs. Die Vorgänge unterstreichen einmal mehr, dass die von Weltraumschrott verursachten Probleme weiter zunehmen. Im Frühjahr hatte die Europäische Weltraumagentur ESA vor unhaltbaren Zuständen gewarnt. Wie lange die aktuellen Vorbeiflüge nun für die ISS ein Problem bleiben, ist noch unklar.

[Update 15.11.2021 – 16:05 Uhr] Laut der russischen Weltraumagentur Roskosmos ist die Gefahr nach mehreren Passagen gebannt. Der Orbit des potenziell gefährlichen Objekts und der der ISS hätten sich voneinander entfernt.

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(mho)