ISS: Europäisches Modul bekommt Datenanbindung mit 50 Mbit/s

Während die USA und Russland bereits mit mehreren Hundert Mbit/s Daten zur ISS schicken können, gibt es nun auch für das Columbus-Modul eine bessere Anbindung.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 71 Beiträge

Die ISS mit dem Columbus-Modul (ganz rechts)

(Bild: ESA–L. Parmitano, CC BY-SA 3.0 IGO)

Von
  • Martin Holland

Das europäische ISS-Modul Columbus hat einen neuen Internetanschluss bekommen, Experimente dort können nun fast in Echtzeit aus Europa begleitet werden. Das teilte die Europäische Weltraumagentur ESA mit. Europas Sektion der Raumstation kommt mit dem Anschluss jetzt auf eine Downlink-Rate von 50 Mbit/s und einen Uplink von 2 Mbit/s – wobei die Bezeichnungen bei der Raumstation intuitiv falsch herum erscheinen. Ermöglicht wird das vom European Data Relay Satellite (EDRS), ein System von geostationären Kommunikationssatelliten, die als Europas "Datenautobahn ins All" dienen. Von der ISS werden die Signale zu einem der dazu gehörenden Satelliten übertragen, von wo aus sie zur Erde geschickt werden, beziehungsweise anders herum.

Das für die Verbindung nötige Kommunikationsgerät ColKa ("Columbus laboratory Ka-band terminal") war vor einem Jahr während eines Weltraumspaziergangs installiert worden. Die bei der Entwicklung und Herstellung, aber jetzt auch im Betrieb gewonnenen Erfahrungen damit sollen helfen, Technik für die Kommunikation mit der geplanten Raumstation im Mondorbit zu entwerfen.

Während das Columbus-Modul mit der Erweiterung nun einen zumindest für deutsche Verhältnisse halbwegs zeitgemäßen Anschluss bekommt, sind andere Teile der Internationalen Raumstation schon deutlich weiter. Im August 2019 hatte die US-Weltraumagentur NASA ihre Verbindung zur ISS auf eine Datenrate von bis zu 600 Mbit/s verdoppelt. Auch hier helfen geostationäre Satelliten dabei, den Kontakt zu der um die Erde rasenden Station dauerhaft aufrechtzuerhalten. Die russische Verbindung kommt laut einem Medienbericht aus dem Jahr 2018 auf eine Datenrate von maximal 150 Mbit/s.

(mho)