ISS: Sitzschale von US-Astronaut aus beschädigter Sojus-Kapsel ausgebaut

Im Februar soll Ersatz für die beschädigte Sojus-Kapsel zur ISS starten. Sollte es bis dahin einen Notfall geben, würde ein NASA-Astronaut nicht damit fliehen.

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Die Endurance soll notfalls fünf statt vier Menschen zur Erde bringen.

(Bild: NASA)

Sollte auf der Internationalen Raumstation ein Notfall eintreten, würde der NASA-Astronaut Frank Rubio mit der Raumkapsel Endurance von SpaceX zur Erde zurückkehren und nicht der Sojus-Kapsel, mit der er gekommen ist. Dafür hat sein Kollege Josh Cassada mithilfe von Nicole Mann das Raumschiff jetzt vorbereitet und unter anderem seine Sitzschale umgezogen. Das teilte die NASA jetzt mit und erklärte, dass mit der beschädigten Sojus-Kapsel im Fall der Fälle nur die Kosmonauten Sergej Prokopjew und Dmitri Petelin zur Erde fliegen würden. Die wären dann besser geschützt, weil es in dem Raumschiff mit nur zwei Passagieren nicht so warm werden würde.

Die Sojus MS-22 ist seit einem "signifikanten Leck" am Kühlsystem seit Mitte Dezember irreparabel beschädigt. Das Raumschiff kann seitdem nicht mehr ausreichend gekühlt werden, dabei geht es nicht nur um die Besatzung, sondern auch die Computersysteme. Inzwischen wurde entschieden, dass die Raumkapsel ohne Crew zur Erde zurückkehren soll. Als Ersatz soll vorher Ende Februar die nächste Sojus-Kapsel unbemannt zur ISS fliegen. Bis dahin braucht es aber Pläne für einen jederzeit möglichen Notfall. Sollte der eintreten, würden Prokopjew und Petelin zu zweit in der Sojus-Kapsel fliegen, das soll die Erhitzung im Inneren verringern. Mit den nun nötigen Umbauarbeiten hat das Leck die Arbeit an Bord der ISS doch noch einmal beeinflusst, schon unmittelbar nach dessen Auftreten hatte die Crew ihre Arbeiten unterbrochen, um den Vorfall zu untersuchen.

Gegenwärtig befinden sich auf der ISS sieben Personen, neben Prokopjew, Petelin, Rubio, Mann und Cassada sind das noch der Japaner Koichi Wakata und die Russin Anna Kikina. Die beiden waren zusammen mit Cassada und Mann in der SpaceX-Kapsel Endurance zur ISS geflogen. Die hat eigentlich nur vier Sitzplätze, SpaceX hat das Raumschiff aber ursprünglich für sieben Personen ausgelegt. Nachdem deutlich geworden war, dass die beschädigte Sojus-Kapsel möglichst nicht mehr für einen Rückflug benutzt werden sollte, hatte die NASA auch bei SpaceX angefragt, ob das Unternehmen aushelfen kann. Dabei war es um die Frage gegangen, ob in der Endurance auch mehr als vier Plätze nehmen könnten und nicht um einen Ersatzflug. Der Sitzplatzwechsel ist nun die Konsequenz. Sobald die leere Sojus MS-23 an der ISS angekommen ist, sollen die Sitze von Rubio, Prokopjew und Petelin darin installiert werden.

(mho)