Imagination Technologies entwickelt eigene RISC-V-Prozessorkerne

Die für PowerVR-Mobilgrafik bekannte britische Firma kündigt Catapult-Kerne für RISC-V-Prozessoren an. Chinas Innosilicon stellt die GPU Fantasy 1 vor.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 15 Beiträge
Künstlicher Darstellung einer CPU

(Bild: Connect world/Shutterstock.com)

Von
  • Christof Windeck

Eine neue Prozessorkern-Familie mit der offenen Befehlssatzarchitektur RISC-V kommt von der britischen Entwicklerfirma Imagination Technologies (ImgTec). Sie nennt die neuen Kerne Catapult und bietet sie in 32- und 64-Bit-Varianten an. Damit zieht zielt ImgTec vor allem auf Embedded Systems, unter anderem für Fahrzeuge (Automotive). Möglicherweise wird Renesas, einer der größten Chip-Zulieferer der Kfz-Branche, Catapult-Kerne in eigene Systems-on-a-Chip einbauen.

Was der RISC-V-Kern Catapult alles draufhat

(Bild: Imagination Technologies)

Die RISC-V-Kerne von Imagination Technologies sollen sich von Konkurrenzangebote abheben, unter anderem durch Multithread. Laut Anbieter eigenen sie sich besonders gut für Einsatzbereiche, die für funktionale Sicherheit und IT-Sicherheit zertifiziert sein müssen.

ImgTec will zunächst 32- und 64-Bit-RISC-V-Kerne mit In-Order-Architektur für Echtzeitdatenverarbeitung (Real Time) anbieten, später auch RV64GC-Kerne für Linux sowie leistungsstärkere Out-of-Order-Kerne. Bis zu acht dieser Catapult-Kerne sollen sich zusammenschalten lassen und einen gemeinsamen L2-Cache nutzen. Die Catapult-Kerne lassen sich mit den hauseigenen Grafikkernen koppeln, die ImgTec auch für andere RISC-V-Designs verkauft.

Die chinesische Firma Innosilicon hat eine Serie von PCI-Express-Grafikkarten mit der GPU Fantasy 1 angekündigt, die GPU-Kerne vom Typ Imagination Technologies BXT verwendet. Diese Grafikkarten dürften vor allem für die Volksrepublik China bestimmt sein und sollen auch in Servern zum Einsatz kommen.

Die Firma Imagination Technologies ist vor allem für ihre PowerVR-Grafikkerne bekannt, die Apple jahrelang in iPhone-Prozessoren eingebaut hat. Als Apple auf eigene GPU-Technik wechselte, geriet Imagination Technologies ins Trudeln. Heute gehört Imagination Technologies der chinesischen Investorengruppe Canyon Bridge, die vor allem auf den chinesischen Markt zielt.

Zwischenzeitlich hatte es Imagination Technologies mit MIPS-Prozessortechnik versucht. Die neuen chinesischen Eigentümer waren aber nicht an MIPS interessiert, sodass diese Sparte an Finanzinvestoren verkauft wurde, die MIPS an den KI-Spezialisten Wave Computing weitveräußerten. Heute ist MIPS wieder selbständig und setzt ebenfalls auf RISC-V.

Mehr von c't Magazin Mehr von c't Magazin

(ciw)