In der Apotheke oder daheim: Wie valide sind die Corona-Schnelltests?

Man muss nicht mehr unbedingt ins Testzentrum: Wer auf Nummer sicher gehen will, kann daheim einen Corona-Test machen. Doch wie aussagekräftig sind die Tests?

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(Bild: creativeneko/Shutterstock.com/heise online)

Von
  • Sebastian Fischer
  • dpa
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Schnelltests von geschultem Personal, Selbsttests aus dem Einzelhandel: Von Beginn der Woche an sollen alle, die es wollen, ohne besonderen Anlass untersuchen können, ob sie mit dem SARS-CoV-2-Virus infiziert sind und möglicherweise andere anstecken könnten. Das soll nicht länger als 15 bis 20 Minuten dauern. Kostengünstige Selbsttests und kostenlose Schnelltests sollen rasch überall verfügbar sein – so zumindest der Plan.

Einen Antigen-Schnelltest pro Woche soll jeder Bürger gratis in Apotheken, Arztpraxen oder Testzentren machen lassen können, die Kosten dafür übernimmt der Bund. Allerdings haben die Länder noch bis Anfang April Zeit für die Umsetzung dieser Maßnahme als Teil der nationalen Teststrategie. Dabei nimmt geschultes Personal mit Wattestäbchen teilweise tief in Nase und Rachen einen Abstrich. Schlägt ein Test positiv an, könnte gleich vor Ort die nötige Probe für den zwingend notwendigen PCR-Test genommen werden.

Antigen-Tests suchen in Abstrich-Proben nicht nach Erbgut wie ein PCR-Test, sondern nach Molekülen, die charakteristisch für das Virus sind. Die Selbsttests aus Apotheken, Einzelhandel und Discountern sind dabei mit den Schnelltests identisch. Sie müssen aber zunächst selbst bezahlt werden. Aldi startete am Wochenende mit dem Verkauf von Testkits, bei Lidl konnten Online-Bestellungen aufgegeben werden, von Montag an wollten weitere Geschäfte und Drogeriemärkte nachziehen.

Der Vorteil: Die Tests kann man zuhause machen. Das Wattestäbchen muss dabei nicht ganz so tief in die Nase geschoben werden wie bei den herkömmlichen Verfahren. Das Robert Koch-Institut (RKI) verweist auf Studien, wonach bei richtiger Anleitung die Probenentnahme durch Privatpersonen und daraus resultierende Ergebnisse vergleichbar war mit der Entnahme durch medizinisches Personal. Unsachgemäße Abstriche können die Aussagekraft des Tests stark einschränken.

Ist das nun – neben den Impfungen – der erhoffte Ausweg aus der Corona-Krise? Darauf setzen zumindest Kanzlerin Angela Merkel, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) und die Regierungen in den Bundesländern. Für sie sind die laborunabhängigen Tests ein wichtiges Element in ihrer jüngst beschlossenen stufenweisen Strategie, den Lockdown je nach Infektionslage aufzuweichen.

Schnelltests werden bisher schon zum Beispiel vor dem Zutritt in Altenheime gemacht, in Kliniken und nach Infektionsfällen etwa in Schulen. Selbsttests mit negativem Ergebnis könnten mittelfristig etwa für den Besuch im Außenbereich eines Restaurants reichen – vorausgesetzt, die regionale Coronalage ließe dies zu.

Der Sinn hinter den schnellen Tests: neue Corona-Fälle frühzeitig erkennen. Denn der SARS-CoV-2-Erreger hat eine Eigenschaft, die die Pandemie-Bekämpfung erschwert: Infizierte können das Virus auch an andere weitergeben, wenn sie (noch) keine Symptome der Krankheit Covid-19 zeigen. Vor solchen Fällen sollen die Tests schützen helfen.