Indie-Game: Atomicrops - Landwirtschaft in der Postapokalypse

In dieser actiongeladenen Farm-Simulation geht es zur Sache: Ernten, neu ausrüsten und das Feld verteidigen. Wer stirbt, fängt wieder ganz von vorn an.

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Von
  • Liane M. Dubowy
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Der letzte Bauernhof nach einer atomaren Katastrophe leidet: Bunte Schnecken, Hasen mit Kanonen, Blumen-Maulwürfe, Skorpione und andere mutierte Kreaturen haben es auf die magere Ernte und auf die Bäuerin abgesehen. Samenkapseln müssen erst einmal erbeutet werden und nachts verteidigt man das angepflanzte Gemüse mit einer kleinen Erbsenkanone. Im schnellen rogue-like Landwirtschaftssimulator Atomicrops hat es die Spielerin nicht leicht.

c't angezockt: Atomicrops - Bauernhof in der Postapokalypse | Linux/Proton

Das Intro erinnert ebenso wie die pixelige Grafik zunächst stark an Stardew Valley: Ein alter Farmer teilt mit, dass man den Bauernhof des Großvaters geerbt habe. Doch dann folgt eine Atomkatastrophe und so startet man als Imkerin Lavender mit vier Kartoffelsamen ein kleines Feld mitten in der Einöde.

Jede Saison dauert nur drei Tage (und vor allem Nächte), lediglich zwei Minuten stehen für das Tagwerk bereit: Unkraut weghacken, das verfügbare Saatgut anbauen und mehrfach gießen. Zum Glück wachsen die Pflanzen schnell, bald hüpfen sie fidel auf und ab und quietschen vergnügt vor sich hin. Noch am selben Tag sind sie reif zur Ernte.

Doch dann folgt die Nacht, von allen Seiten robben grün-blaue Schnecken heran und merkwürdige Hasen beschießen die Bäuerin von allen Seiten. Sind drei Angriffswellen überstanden, holt der Hubschrauber die erschöpfte Lavender ab, damit sie im Dorf Ausrüstung und neues Saatgut kaufen kann. Gehandelt wird mit Rosen und Cashewkernen – beides fehlt am Anfang aber meist und so geht es zurück aufs Feld für den nächsten Tag.

Atomicrops ist weniger Rollenspiel als Tower Defense. Drei Wellen muss die Bäuerin in der ersten Nacht abwehren, zwei Nächte später werden es mehr und am Ende einer Saison taucht zudem ein großer Bossgegner auf. Klappt der Anbau von Rosen, kann man im Dorf anbandeln und – falls man lange genug lebt – heiraten.

Indie-Game Atomicrops (3 Bilder)

Am Ende jeder Jahreszeit droht ein großer Bossgegner, alles zunichte zu machen.

Neues Saatgut, aber auch Bienen, Hühner, Kühe und anderes lässt sich in den angrenzenden Gebieten ergattern, von denen mit Brückenerweiterungen später neue freigeschaltet werden. Allerlei angriffslustige Kreaturen wie Hasen, Skorpione, Stiere, Wespen und schwer erkennbare Mutanten beschützen die Beute und so schwinden die wenigen, durch Herzen symbolisierte Lebenspunkte schnell. Nur der Anbau von Herzrüben und gelegentlich fallengelassene Herzen stellt die Gesundheit wieder her.

Während Atomicrops im Mai 2020 zunächst exklusiv im Epic Games Store veröffentlicht wurde, ist das Indie-Game für rund 15 Euro seit dem 17. September auch auf Steam und bei Gog.com erhältlich. Zwar gibt es den Titel nur für Windows, im Test spielten wir es aber mit Hilfe von Steam Play/Proton problemlos unter Linux, wie im Video zu sehen ist. Der Twin-Stick-Shooter lässt sich auch gut mit dem Controller spielen.

Mit dem zum Steam-Release veröffentlichten Update "Thyme Flies" haben die Entwickler von Bird Bath Games neue Inhalte spendiert: Als Charaktere sind Dandelion und Thyme hinzugekommen, die wie die bisherigen Charaktere auch die Spielbedingungen leicht verändern. Neben neuen Waffen und einem neuen Traktor gibt es jetzt auch ein Online-Leaderboard, in dem Spielerinnen und Spieler gegeneinander antreten können.

Atomicrops macht einem das Leben als Bäuerin nicht leicht, aber wenn dann die erste größere Ernte für bessere Ausrüstung und Bewaffnung sorgt, macht das schnelle Geballer viel Spaß. Die Musik sorgt leicht für einen Ohrwurm und passt gut zum Spieltempo. Die vielen verschiedenen Inhalte machen Lust darauf, es noch einmal zu versuchen, denn schließlich möchte man sehen, welche neuen Pflanzen es zum Anbauen gibt oder welche neuen Gegner und Besonderheiten das nächste freigeschaltete Gebiet bereithält. (lmd)