Indische iPhone-Fabrik fährt nach Protesten und Schließung wieder hoch

Nach Schließung wegen unhygienischer Zustände geht die iPhone-Produktion in einem indischen Foxconn-Werk weiter. Apple will dies überwachen.

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(Bild: WDnet Creation/Shutterstock.com)

Von
  • Leo Becker

Maden im Essen, Klos ohne Wasserspülung, überfüllte Quartiere: Die nach einer Massenlebensmittelvergiftung und Protesten von Angestellten für mehrere Wochen geschlossene iPhone-Fabrik in Indien hat die Produktion wieder aufgenommen – vorerst nur in kleinem Rahmen, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch berichtet.

Derzeit sei nur eine einzelne Schicht von lediglich 120 Arbeitern in dem vom Auftragsfertiger Foxconn betriebenen Werk nahe der Stadt Chennai tätig, in dem eigentlich rund 17.000 Personen arbeiten. Bis die Produktion wieder auf vollen Touren läuft, dauert es voraussichtlich noch mehr als zwei Monate, erläuterte ein Foxconn-Manager.

Nachdem im Dezember über 150 Arbeiterinnen kurzzeitig im Krankenhaus sowie weitere 250 ambulant behandelt werden mussten, kam es zu Protesten dort Beschäftigter und Angehöriger. Unter anderem wurde eine Autobahn für mehrere Stunden blockiert, bis die Polizei Personen festsetzte und die Proteste beendete. Arbeiterinnen berichteten von miserablen und unhygienischen Zuständen in den Schlaf- und Essensbereichen. Beschäftigt werden in dem indischen Werk angeblich überwiegend Frauen.

Erst nach den Protesten schaltete sich auch Apple ein: Ende Dezember räumte der Konzern Mängel in "entfernten" Einrichtungen der Fabrik ein, die Bedingungen würden nicht den Zulieferervorgaben des Konzerns entsprechen. Apple setzte das Werk daraufhin auf Bewährung, ohne die Bedeutung des Schrittes näher zu erklären.

Am vergangenen Montag betonte der Konzern gegenüber Reuters erneut, das Werk befinde sich weiterhin in einer Probezeit und man wolle die Bedingungen weiter vor Ort überwachen – auch unabhängige Prüfer sollen daran beteiligt sein. Foxconn kündigte zuvor an, das Management der Fabrik neu aufzustellen, verwies hinsichtlich der Missstände aber auch auf Subunternehmen.

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In einem anderen indischen iPhone-Werk war es vor gut einem Jahr bereits zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen, unter anderem wegen Lohnrückständen. Apple baut die iPhone-Fertigung in Indien aggressiv aus, die Geräte überwiegend älterer Baureihen sind gewöhnlich für den lokalen Markt bestimmt. Berichten zufolge war geplant, dass Foxconn Anfang 2022 aber auch mit der Endmontage des aktuellen iPhone 13 in Indien beginnt.

(lbe)