Notebook-Arbeitsspeicher: Dell will CAMM-RAM zum Industriestandard machen

Die ersten Dell-Notebooks ersetzen die gängigen SO-DIMMs und verwenden für den Arbeitsspeicher selbstentworfene Module. Andere Hersteller sollen folgen.

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(Bild: Dell)

Von
  • Mark Mantel

Geht es nach Dell, bleiben die Compression Attached Memory Modules (CAMM) keine proprietären Arbeitsspeicherriegel für Notebooks. Der Hersteller will mit einem Nachfolger der bisherigen Small Outline Dual Inline Memory Modules (SO-DIMMs) vorlegen, um die Branche zu einem Wechsel zu bewegen. Künftig soll es ein breites Angebot an CAMMs geben, sodass man nicht an Dell gebunden ist – so zumindest in dessen Vorstellung.

Das gab Dells Ingenieur Tom Schnell im Gespräch mit der Webseite PCWorld zu verstehen. CAMMs sollen in Sachen Platzbedarf, Designaufwand, Effizienz und Kühleigenschaften besser sein als SO-DIMMs, die zu viel Altlast aus vergangenen Generationen mit sich trügen. SO-DIMMs debütierten für die erste DDR-SDRAM-Generation im Jahr 1997 und wurden seitdem immer wieder erneuert – bis hin zu aktuellen DDR5-Riegeln für Notebooks.

CAMMs werden nicht mehr gesteckt, sondern auf eine Kontaktfläche mit bis zu 128 Datenpfaden gepresst. Die Signalwege sind deutlich kürzer als bei SO-DIMMs, zudem sieht Dell Kapazitäten von 16 bis 128 GByte auf unterschiedlich großen Modulen vor. Platz spart die Bauweise insbesondere in der Höhe: Notebook-Hersteller verwenden häufig zwei höhenversetzte SO-DIMM-Steckplätze übereinander – verglichen mit einer solchen Bauweise sind CAMMs laut Dell 57 Prozent flacher.

Dells CAMM-Speicher (11 Bilder)

CAMM mit 128 GByte (Kontaktfläche markiert)
(Bild: Dell)

Das Design entwarf Dell offenbar zusammen mit Intel. Die Standardisierung soll künftig über das Industriekonsortium JEDEC erfolgen. Beliebige Speicherhersteller wie Samsung, SK Hynix und Micron könnten dann entsprechende Module herstellen und Notebook-Hersteller Mainboards mit passenden Anschlüssen entwerfen. Schon heute stellt Dell die CAMMs nicht selbst her – die SDRAM-Bausteine von SK Hynix auf den gezeigten Modulen sprechen für die südkoreanische Firma als Fertigungspartner.

Die beiden Workstation-Notebooks Precision 7670 und 7770 verwenden als erstes DDR5-RAM in CAMM-Bauweise. Laut Dell sei es einfacher, einen neuen Standard voranzubringen, wenn man ihn serienreif in fertigen Produkten vorstellt. Dank Adaptermodulen von CAMM auf zwei SO-DIMMs machen sich Interessierte immerhin nicht von Dell abhängig, sollten die Pläne rund um den Standard nicht aufgehen.

(mma)