Infotainment und Connectivity: Mercedes-Benz verbaut künftig Qualcomm-Hardware

Für seine Infotainment-Systeme verwendet Mercedes künftig Hardware von Qualcomm. Die soll mehr Leistung und leichtere Bedienung ermöglichen.

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Ein silberfarbener Personenkraftwagen der Marke Mercedes

Aktuelle Mercedes-Modelle wie der EQE nutzen fürs Infotainment-Systeme Hardware von Nvidia. Künftig kommt diese von Qualcomm.

(Bild: Christoph M. Schwarzer)

Von
  • Patrick Bellmer

Mercedes-Benz verbaut künftig Hardware aus Qualcomms Snapdragon Digital Chassis. Konkret geht es dabei um die Infotainment-Plattform MBUX, die auf der Snapdragon Cockpit Platform basieren soll, sowie die Telematik-Funktionen der Fahrzeuge inklusive Anbindung an Mobilfunknetze. Letztere Funktionen bündelt Qualcomm in der Snapdragon Automotive Connectivity Platform. Das erste Mercedes-Modell mit der neuen Hardware soll bereits 2023 auf den Markt kommen. Um welches es sich dabei handelt, ist noch unbekannt. Fest steht hingegen, dass Nvidia mit der neuen Zusammenarbeit einen namhaften Kunden verliert.

Denn in der aktuellen MBUX-Generation – MBUX NTG 7 – sorgen Nvidia-Prozessoren für die notwendige Rechenleistung. In der höchsten Ausbaustufe, zu der auch der unter anderem im EQS erhältliche Hyperscreen gehört, ist es ein 8-Kern-Prozessor mit bis zu 24 GByte Arbeitsspeicher. Welche Qualcomm-Prozessoren Mercedes-Benz für derartige Aufgaben nutzen möchte, teilten beide Unternehmen zunächst nicht mit.

Allerdings haben Mercedes-Benz und Qualcomm den groben Rahmen skizziert. Demnach soll die neue Generation noch mehr Unterhaltungsmöglichkeiten als das aktuelle MBUX bieten, für Fahrer und Mitfahrer. Die Anzahl und Größe der Displays sollen weiter zulegen, ähnliches gilt für den Funktionsumfang.

Gleichzeitig soll die neue Hardware leichtere Bedienung ermöglichen. Vorrangig geht es dabei um Sprachassistenten, die natürlichere Kommunikation als bislang unterstützen, sowie den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). Für Letztere bietet Qualcomm, analog zu seinen Smartphone-Prozessoren wie dem Snapdragon 8+ Gen 1, Co-Prozessoren an. Das Infotainment-System soll sich so im Laufe der Zeit dem Fahrer und den Mitfahrern anpassen. Details hierzu fehlen allerdings noch.

Auch beim Umfang der neuen Connectivity-Hardware und -Funktionen bleiben Mercedes-Benz und Qualcomm vage. Auf Nachfrage hat Qualcomm lediglich bestätigt, dass die Modems 5G unterstützen und somit höhere Bandbreiten und kürzere Reaktionszeiten als bislang mit 4G erreichen. Von kürzeren Reaktionszeiten dürfte in erster Linie die Kommunikation von Fahrzeugen (Car-to-Car Communication, C2C) untereinander profitieren. Mit dem 3GPP-Release 16 wird diese als Sidelink bezeichnete direkte Kommunikation über 5G-Modems möglich – auch ohne Verbindung zu einem Mobilfunknetz.

(pbe)