Infrastructure as Code: Terraform erreicht nach sieben Jahren Version 1.0

HashiCorp stellt mit Terraform 1.0 nach sieben Jahren das erste Milestone Release seiner Infrastructure-as-Code-Plattform vor.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 15 Beiträge

(Bild: EFKS/Shutterstock.com)

Von
  • Robert Lippert

Nach über 100 Millionen Downloads und mit rund 100.000 Nutzern pro Monat hat HashiCorp die Version 1.0 seiner Infrastructure-as-Code-Plattform Terraform veröffentlicht. Technisch beruht das Release weitgehend auf Version 0.15.5, doch gibt es Neuerungen bei Support-Intervallen, dem Plug-in-SDK und einige Erweiterungen für die kommerziellen Angebote Terraform Cloud und Terraform Enterprise.

HashiCorp geht relativ strikt mit der Bezeichnung "Meilenstein" um. Den Sprung auf eine Version 1.0 schaffen hier nur Produkte, die über Jahre hinweg eine weite Verbreitung erlangt haben, deren Anwendungsfälle klar benannt und unterstützt werden, die eine klare Sprache in Sachen User Experience (UX) sprechen und deren technische Architektur als ausgereift und stabil gilt.

Eindeutige Metriken liefert HashiCorp dazu zwar nicht, deutet für Terraform jedoch an, dass man sich auf Referenzen, Mitwirkende am Code beziehungsweise Pull-Requests und Feature-Commits ebenso beruft wie auf vorhandene Dokumentation, Workshops und die Möglichkeit, Upgrades sowie ausreichend lange Wartungsintervalle anbieten zu können.

Für Terraform sei dieser Zeitpunkt sieben Jahre nach der ersten Vorstellung des Produkts jetzt gekommen. Da die genannten Kriterien nicht den zugrundeliegenden Code betreffen, erklärt HashiCorp auch keine wesentlichen Änderungen gegenüber der bisherigen Terraform-Version 0.15.5. Entwickler dürfen sich jedoch darauf freuen, dass alle 1.x-Releases jetzt mindestens 18 Monate lang Fehlerbehebungen und gegebenenfalls Feature-Updates erhalten werden. Bestehende Workflows sollen bei Plattform-Updates ab der Version 0.15 weiter funktionieren, ohne dass der Einsatz spezieller Upgrade-Tools oder Refactorings nötig wären.

Mit dem Release der Version 1.0 geht ein Backport von Terraform State einher. Grundsätzlich ist das System für das Handling von Daten zu Infrastruktur und Konfiguration cross-kompatibel zwischen Terraform 0.14.x, 0.15.x und 1.0.x. Remote-State-Datenquellen werden zusätzlich auch die Versionen 0.12.30, 0.13.6, 0.14.0, 0.15.0 und 1.0.x unterstützen. Anwendern verspricht HashiCorp hier mehr Flexibilität im Umgang mit mehreren Terraform-Versionen.

Lesen Sie auch

Das bisherige Terraform-Plug-in-SDK wird ab dem 31. Juli 2021 nicht länger unterstützt. HashiCorp ruft betroffene Maintainer dazu auf, dem Upgrade-Pfad auf die Version 2 des SDK zu folgen. Einen entsprechenden Guide stellt das Unternehmen in seiner Dokumentation vor. Nutzer der Terraform Cloud und des Terraform CLIs sind von der Umstellung nicht betroffen.

Kleinere Ankündigungen gibt es aber dennoch für Organisationen, die das Cloud- und Enterprise-Angebot nutzen. In Terraform Cloud bietet HashiCorp eine neue Übersichtsseite mit einer Zusammenfassung der relevantesten Informationen zu einem Terraform-Workspace. Mehr Spielraum erhalten schließlich auch Cloud-Administratoren: Sie können ihren Pool an privaten Terraform-Modulen künftig leichter um ausgewählte Komponenten aus der öffentlichen Terraform-Registry ergänzen und als kuratierte Liste mit Modulen erweitern, die den eigenen Vorgaben ihrer Organisation entsprechen.

Terraform 1.0 ist ab sofort verfügbar. Die Binaries stehen für gängige Betriebssysteme als Download bereit, den Code stellt HashiCorp quelloffen unter der Mozilla Public License v2.0 auf GitHub zur Verfügung. Weitere Details finden sich im Terrafrom-Blog.

(rme)