Instrumentenplattform abgestürzt: Das Arecibo-Teleskop ist zerstört

Schneller als befürchtet ist das Ende des legendären Arecibo-Teleskops in Puerto Rico gekommen. Am Dienstag stürzte die massive Instrumentenplattform ab.

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Das zerstörte Arecibo-Teleskop

(Bild: estadespr/Shutterstock.com)

Von
  • Martin Holland

Das legendäre Arecibo-Teleskop in Puerto Rico ist zerstört. Das berichtet die puerto-ricanische Zeitung El Nuevo Día unter Berufung auf die Meteorologin Deborah Martorell, die ein Foto der zerstörten Anlage getwittert hat. Die Zerstörung selbst ist darauf nicht zu sehen, aber die fehlende Instrumentenplattform über der Antennenschüssel. Die über 800 Tonnen schwere Gerätschaft ist demnach in der Nacht zum heutigen Dienstag abgestürzt und hat mit Sicherheit die Anlage darunter zerstört. Angaben über Verletzte oder Opfer gibt es bislang nicht, schreibt die Zeitung noch.

An dem weltbekannten Radioteleskop in den Bergen Puerto Ricos war Anfang August ein Drahtseil gerissen und hatte beträchtlichen Schaden an dem riesigen Hauptspiegel angerichtet. Über etwa 30 Meter Länge hatte es sich durch den Spiegel gepflügt und den Boden darunter freigelegt. Das Seil war Teil der Absicherung der Plattform über dem mehr als 300 Meter durchmessenden Spiegel; mit seinem Wegfall war die Last auf die übrigen Sicherungen offenbar zu groß geworden, denn vergangenen Freitag riss ein zweites Drahtseil. Diesmal handelte es sich jedoch nicht um ein Hilfsseil, sondern eines der tragenden. Es sorgte zwar für weniger Beschädigungen, aber danach war unklar, wie stabil die gesamte Konstruktion überhaupt noch ist.

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Ende November hatte die für das Riesenteleskop verantwortliche National Science Foundation (NSF) aus den USA entschieden, dass das Teleskop nicht ohne ein zu großes Risiko zu reparieren ist. Deswegen sollte es eigentlich abgebaut werden, um so viele Instrumente wie möglich zu retten. Wissenschaftler hatten zwar noch gehofft, dass eine Reparatur doch irgendwie möglich ist, aber nun kam das Ende des Teleskops noch schneller als zuletzt befürchtet.

Das Arecibo-Teleskop (9 Bilder)

(Bild: Arecibo Observatory)

[Update 02.12.2020 – 09:00 Uhr] Die National Science Foundation hat inzwischen mitgeteilt, dass es keine Hinweise darauf gebe, dass jemand verletzt wurde.

(mho)