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Intel-Benchmarks: Core i9-11900K in Spielen nur knapp vor Ryzen 9 5900X

Die Desktop-CPUs der Serie Rocket Lake-S erhöhen die Singlethreading-Leistung, womit sie sich laut Intel in Spielen sehr knapp vor AMDs Ryzen 5000 setzen.

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(Bild: Intel)

Von
  • Mark Mantel

Monate vor der erwarteten Markteinführung hat Intel im Rahmen der Konsumentenelektronikmesse CES 2021 erste eigene Benchmarks zur nächsten Desktop-Prozessorgeneration Rocket Lake-S alias Core i-11000 gezeigt. Der Achtkerner Core i9-11900K führt die CPU-Familie an und soll sich laut Intel je nach getestetem Spiel 2 bis 8 Prozent vor den Ryzen 9 5900X setzen – AMDs schnellsten Spielerprozessor. Damit wäre der Vorsprung eher mess- denn spürbar.

Den größten Unterschied von 8 Prozent hat Intel im Strategiespiel "Total War: Three Kingdoms" gemessen. 5 Prozent waren es in den Shootern "Gears of War 5" und "Metro Exodus". Im Action-Rollenspiel "Cyberpunk 2077" blieben 4 Prozent Vorsprung, in "Assassin's Creed: Valhalla" nur noch 2 Prozent. Alle Tests entstanden mit DDR4-3200-RAM und Nvidias GeForce-Grafikkarte RTX 3080 unter Full-HD-Auflösung (1920 × 1080 Pixel).

In Intels selbsterstellten Spiele-Benchmarks soll der Core i9-11900K minimal schneller ausfallen als AMDs Ryzen 9 5900X.

(Bild: Intel)

Die Spieleleistung erhöht Intel mithilfe einer neuen CPU-Architektur: Die sogenannten Cypress-Cove-Kerne sind die erste größere Neuentwicklung im Desktop seit Skylake (Core i-6000) aus dem Jahr 2015 und stellen eine 14-Nanometer-Portierung von Ice Lake (Core i-1000G) dar. Die Rechenleistung pro Takt (Instructions per Cycle, IPC) steigt laut Intel um 19 Prozent, allerdings nur im synthetischen Benchmark SPEC_CPU 2017 gemessen und kein Querschnitt mehrerer Programme.

Hinzu kommen anhaltend hohe Taktfrequenzen: Wie schon der Zehnkerner Core i9-10900K kann sich ein einzelner CPU-Kern des Core i9-11900K auf bis zu 5,3 GHz beschleunigen. Der All-Core-Turbo liegt bei 4,8 GHz.

Die Rechenleistung pro Takt von Rocket Lake-S sollen verglichen mit den Vorgängern um 19 Prozent steigen.

(Bild: Intel)

Das Ganze erkauft sich Intel mit einer hohen Leistungsaufnahme, denn die Thermal Design Power (TDP) bleibt wie beim Core i9-10900K bei 125 Watt. Innerhalb des Powerlimits 2 (PL2) darf der Core i9-11900K bis zu 56 Sekunden lang 250 Watt aufnehmen – Mainboards können die Limits noch stärker ausweiten. Wohlgemerkt hat der Core i9-11900K zwei CPU-Kerne weniger als der Vorgänger Core i9-10900K. Pro Rechenkern ist das neue Topmodell also durstiger – vermutlich eine Folge der Rückportierung auf 14- statt 10-nm-Technik. Die Cove-Kerne sind breiter aufgebaut, um die Rechenleistung zu erhöhen, was Energie kostet.

Hersteller-Benchmarks zeigen üblicherweise das obere Ende dessen, was man leistungsmäßig erwarten kann. Und selbst 2–8 Prozent in CPU-limitierten Spielen dürften in den seltensten Fällen spürbar sein – zudem limitiert häufig die Grafikkarte die Bildrate, nicht der Prozessor.

AMD hat weiterhin den Vorteil der zusätzlichen CPU-Kerne, sodass der 12-Kerner Ryzen 9 5900X eine höhere Zukunftssicherheit aufweist. AMDs durchschnittliche Anwendungsleistung kann der Core i9-11900K aufgrund der fehlenden CPU-Kerne nicht erreichen. Punkten könnte Intel durch Preise und Verfügbarkeit – zu Ersteren gibt es noch keine Informationen und die Markteinführung von Rocket Lake-S soll erst im März 2021 stattfinden.

(mma)