Intel Core i-11000: BIOS-Kompatibilität nur noch mit Grafikkarte

Bei den aktuellen Desktop-Prozessoren der 11. Core-i-Generation arbeitet die Firmware der integrierten GPU ausschließlich im UEFI-Modus.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 315 Beiträge

(Bild: c't)

Von
  • Christian Hirsch

Rechner mit den im März vorgestellten Desktop-Prozessoren Core-i-11000 „Rocket Lake“ können nicht mehr ohne weiteres im klassischen BIOS-Modus booten. Deshalb lassen sich darauf beispielsweise keine antiquierten Betriebssysteme installieren oder ältere, bootfähige Hardware-Diagnose-Tools starten. Diesen Schritt hatte Intel bereits 2017 angekündigt: Bereits ab 2020 sollte es nur noch neue Prozessorplattformen geben, die als sogenannte UEFI-Class-3-Systeme ausschließlich den UEFI-Modus verwenden – ohne Kompatibilität zum klassischen BIOS.

Für die integrierte UHD-700-Grafikeinheit der Core-i-Prozessoren der 11. Generation stellt Intel kein Video-BIOS (VBIOS) mehr zur Verfügung. Stattdessen kommt als Nachfolger im UEFI ein modernerer Graphics-Output-Protocol-Treiber (GOP) zum Einsatz, der schnelleres Booten ermöglicht und weniger stark in der Größe limitiert ist. Allerdings arbeitet der GOP-Treiber im Unterschied zum VBIOS, das noch als 16-Bit-Code ausgeführt wird, nicht mehr mit dem Compatibility Support Module (CSM) zusammen. UEFI-Systeme können somit nicht mehr im klassischen BIOS-Modus booten.

Bei UEFI-Class-3-Systemen fällt die Abwärtskompatiblität zum BIOS weg.

(Bild: UEFI.org)

Der ursprünglich geplante Zeitpunkt für den Umstieg auf UEFI Class 3 war nicht willkürlich gewählt. Mit dem Support-Ende von Windows 7 am 14.1.2020 fiel das letzte Betriebssystem weg, dass noch nicht zum Graphics Output Protocol kompatibel war.

Ohne Grafikkarte lässt sich das CSM beim Asrock Z590 Extreme nicht aktivieren.

(Bild: c't)

In der Praxis lässt sich bei aktuellen LGA1200-Mainboards mit Serie-500-Chipsatz von Asus und Asrock der Boot-Modus im Firmware-Setup ohne Grafikkarte nicht von UEFI auf CSM umstellen. Bei MSI-Boards klappt das zwar, beim nachfolgenden Neustart folgt aber eine Fehlermeldung, dass kein VBIOS gefunden und der Boot-Modus wieder auf UEFI zurückgesetzt wurde. Um Rechner mit Rocket-Lake-Prozessor dennoch per CSM zu starten, benötigt man deshalb zusätzlich eine Grafikkarte, deren Firmware ein VBIOS enthält.

Mehr von c't Magazin Mehr von c't Magazin

Bislang war es den PC- und Board-Herstellern überlassen, ob sie die Firmware ihrer Systeme mit einem CSM für die BIOS-Kompatibilität versehen. Bereits in den letzten Jahren nahm die Zahl an Notebooks und Komplett-PCs deutlich zu, die ausschließlich per UEFI booten.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

Mit Ihrer Zustimmmung wird hier ein externer Preisvergleich (heise Preisvergleich) geladen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen (heise Preisvergleich) übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

(chh)