Intel-Ende bei Apple angeblich wegen Skylake-Bugs

Ein früherer Ingenieur des Chipriesen will wissen, warum Apple künftig auf eigene ARM-Chips setzt.

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Ein Intel-Skylake-Chip.

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Apples Umstieg beim Mac hin zu selbstentwickelten ARM-Prozessoren wurde in der Gerüchteküche bereits seit Jahren kolportiert. Doch was letztlich den Ausschlag gab, wirklich diesen doch durchaus radikalen Schritt zu gehen, hat der Konzern nach wie vor für sich behalten.

Ein früherer Intel-Mitarbeiter spekuliert nun, dass der Chipriese selbst daran nicht ganz unschuldig war. Gegenüber dem Magazin PC Gamer meinte François Piednoël, ehemaliger Prozessoringenieur bei Intel, insbesondere Probleme bei der Skylake-Architektur hätten Apple genervt und letztlich dazu getrieben, den ARM-Schritt wirklich zu gehen.

Der Insider behauptet, die Qualitätssicherung bei Skylake sei "mehr als ein Problem" gewesen und die Bugs "abnorm übel". Niemand habe so viele Probleme mit der Architektur gemeldet "wie unsere Kumpel bei Apple". Und wenn "ein Kunde fast so viele Bugs bei Dir findet wie Du selbst, dann führt das nicht zum richtigen Ort", so Piednoël, der die Situation vor drei Jahren beobachten konnte, bevor er Intel dann selbst verlassen hatte.

Hintergrund: Jeder moderne Siliziumchip weist Hunderte bis Tausende Fehlerchen auf, deren Behebung auf Hardware-Ebene nicht wirtschaftlich wäre. Hersteller umgehen solche Bugs daher mit Microcode, der beim Booten über das BIOS geladen wird. Apple optimiert sein macOS-Betriebssystem auf die eingesetzten Prozessoren, sodass dem Unternehmen eher Probleme auffallen als beispielsweise Microsoft.

Der Ex-Intel-Insider glaubt, dass sich so ein "Wendepunkt" entwickelt habe, an dem die Leute bei Apple, die bereits über den Switch zu ARM nachgedacht hatten, sich sagten: "Gut, wir müssen es vermutlich tun." Piednoël meint, die schlechte Qualitätssicherung bei Skylake war also der Tropfen, der das Fass bei Apple zum Überlaufen brachte. "[Skylake] ist verantwortlich dafür, dass sie tatsächlich die Plattform verlassen haben."

Dass macOS für ARM im Labor schon seit langem lief, glauben Beobachter fest – tatsächlich basiert iOS, das stets unter ARM lief, ja auch auf macOS. Neben Intel-Bugs wie denen in der Skylake-Architektur dürfte Apple aber auch motiviert haben, dass das Unternehmen Hard- und Software enger kontrollieren möchte.

Bislang musste der Konzern bei neuen Macs stets darauf warten, dass Intel mit neuen Chips um die Ecke kam – auch wenn Apple oft bevorzugt und vorab beliefert wurde. Mit eigenen A-SoCs hat Apple nun die komplette Kontrolle von den eigentlichen Prozessorkernen bis zur GPU. (bsc)