Intel NUC 11 Extreme: Kleiner Gaming-PC mit "Tiger Lake"-CPU schon im Handel

Der Anbieter SimplyNUC greift Intel vor und nimmt Vorbestellungen der NUC-Baureihe "Beast Canyon" entgegen. Mit dabei: 10-Nanometer-Achtkerner.

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(Bild: SimpyNUC)

Von
  • Mark Mantel

Der US-amerikanische Mini-PC-Vertreiber SimplyNUC hat Intels Gaming-Ableger NUC 11 Extreme ins Sortiment aufgenommen, bevor Intel das Modell überhaupt vorgestellt hat. Im Rahmen der Hardware-Messe Computex 2021 erfolgte lediglich eine kurze Ankündigung des Systems mit dem Codenamen Beast Canyon.

Wie erwartet sitzen im NUC 11 Extreme 65-Watt-Versionen aus Intels 10-Nanometer-Baureihe Tiger Lake – wahlweise der übertaktbare Achtkerner Core i9-11900KB oder der niedriger getaktete Core i7-11700B. Alternativ können Interessenten den 45-Watt-Sechskerner Core i5-11400H auswählen, den Intel ansonsten für Notebooks auflegt.

Alle Prozessoren sind fest auf einem sogenannten Compute Element verlötet, lassen sich also nicht einzeln austauschen. Dafür bekommt man fortschrittlichere CPUs, als sie Intel für Desktop-PCs anbietet. Rocket Lake-S, angeführt vom Core i9-11900K, setzt noch auf 14-nm-Technik. Das Compute Element stellt derweil beinahe einen kompletten PC dar: Außer dem Prozessor finden darauf auch bis zu 64 GByte DDR4-RAM (zwei SO-DIMM-Steckplätze) und drei M.2-SSDs Platz, eine davon mit PCI-Express-4.0-Anbindung über die CPU.

Zudem stellt das System zweimal Thunderbolt 4 als USB Typ C und sechsmal USB 3.2 Gen 2 (10 GBit/s) Typ A bereit. Die zwei Gigabit-Ethernet-Ports des Vorgängers NUC 9 Extreme weichen beim NUC 11 Extreme einem einzelnen NBase-T-Anschluss mit 2,5 GBit/s. Die Bildausgabe erfolgt via HDMI 2.0 oder Thunderbolt 4, sofern man die integrierte Xe-Grafikeinheit des Prozessors nutzt.

Das Compute Element steckt als PCI-Express-x16-Karte auf einem Basisboard, das optional eine zusätzliche Grafikkarte aufnimmt. Das Gehäuse fällt mit einem Volumen von 8,1 statt 5,2 Liter deutlich größer aus als bisher. Dafür sollten jetzt längere Grafikkarten passen. Zudem sitzen im Deckel drei statt zwei Gehäuselüfter, wie Bilder eines anderen von Computerbase entdeckten Custom-PC-Anbieters zeigen. Über den Google-Cache lässt sich die Seite von Mnpctech noch aufrufen. Laut schematischen Zeichnungen hat Intel zudem den CPU-Kühlkörper vergrößert. Das NUC 9 Extreme wurde unter hoher Last unangenehm laut.

Innenleben des NUC 11 Extreme alias Beast Canyon mit drei Lüftern.

(Bild: Mnpctech)

SimpyNUC verkauft den NUC 11 Extreme in den Basiskonfigurationen mit Core i5-11400H, Core i7-11700B oder Core i9-11900KB mit 8 GByte DDR4-RAM und 256 Gigabyte großer PCIe-3.0-SSD (ohne Betriebssystem) für 1100 Euro bis 1360 Euro exklusive Mehrwertsteuer. Eine GeForce RTX 3060 Ti lässt sich ab Werk einbauen, kostet aber 670 Euro plus Steuern. Der Versand erfolgt ab September 2021 aus den USA.

Bis dahin sollte Intel Beast Canyon offiziell vorstellen und auch der deutsche Handel den Gaming-PC anbieten.

(mma)