Intel RealSense ID - Gesichtserkennung auf Basis neuronaler Netze

Mit einer neuen Authentifizierungslösung möchte Intel die Privatsphäre schützen und zuverlässig Gesichter identifizieren.

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Werbesujet RealSense ID

(Bild: Intel)

Von
  • Frank Schräer

Intel hat seine RealSense Serie von Kameratechniken um ein Produkt zur Gesichtserkennung erweitert. RealSense ID soll eine einfache aber sichere Lösung zur Authentifizierung sein. Intel sieht den Einsatzzweck von RealSense ID in sensiblen Bereichen wie Zugangskontrollen in der Finanzbranche oder dem Gesundheitswesen.

Nach Angaben des Unternehmens kombiniert RealSense ID einen 3D-Tiefensensor mit einem speziellen neuronalen Netzwerk für sichere und genaue Gesichtserkennung. Intel spricht von einer Fehlerquote von eins bei einer Million Erkennungen. Außerdem soll das System nicht auf Täuschungsversuche mit Fotos, Videos oder Masken hereinfallen. Zudem soll es anpassungsfähig sein, wenn sich Gesichter durch Bartwuchs oder Brillen ändern.

Millionen von iPhone-Nutzern entsperren täglich ihre Smartphones per FaceID, aber in der Strafverfolgung sind solche Systeme umstritten. So soll die Gesichtserkennung dunkle Hautfarben weniger gut verarbeiten können, so dass es hier eher zu Verwechslungen kommen kann. Das führte vor allem im Zusammenhang mit den Rassen-Protesten in den USA zu Gegenwind für die Anbieter von Gesichtserkennungssystemen.

Wie Technology Review berichtet, gab IBM Anfang Juni bekannt, den Verkauf sämtlicher Produkte für Gesichtserkennung gestoppt zu haben. Amazon und Microsoft schlossen sich an, indem sie ihre Verträge mit Polizeibehörden aussetzten.

Intel verspricht dagegen eine vertrauenswürdige Lösung, denn RealSense ID verarbeite alle Bilder lokal und verschlüssele alle Nutzerdaten. Trotzdem greift RealSense ID auf eine große Datenbank zurück, die auf Basis aller Ethnien aus Europa, Asien, dem Nahen Osten und Afrika erstellt wurde. Dafür hat Intel laut VentureBeat viel Geld und Zeit investiert, und dies soll RealSense ID einzigartig machen.

Allerdings verrät Intel nicht, wie groß die Datenbasis ist, und wie die Bilder und Testpersonen ausgewählt wurden. Intel RealSense ID soll noch im ersten Quartal dieses Jahres zu Preisen ab 99 US-Dollar verfügbar sein.

(fds)