Intel "Rocket Lake-S": 11. Core-i-Generation mit mehr Rechenleistung pro Takt

Auf den Zehnkerner Core i9-10900K folgt Anfang 2021 ein Achtkerner. Der soll jedoch deutlich mehr "Instruktionen pro Taktschritt" (IPC) verarbeiten.

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(Bild: Christof Windeck / c't)

Von
  • Mark Mantel

Ungewöhnliche Zeiten bei Intel: Mindestens drei Monate vor der Markteinführung neuer Desktop-Prozessoren enthüllt der Chiphersteller die groben Spezifikationen zur 11. Core-Generation alias Rocket Lake-S. Kernmerkmale sind neue CPU-Kerne (Codename Cypress Cove) und eine integrierte Xe-Grafikeinheit.

Cypress Cove stellt wohl einen Schritt zwischen Sunny Cove (Ice Lake, Core i-1000G für Notebooks) und Willow Cove (Tiger Lake, Core i-1100G für Notebooks) dar, kommt anders als die 10-Nanometer-Typen Ice Lake und Tiger Lake aber erneut mit 14-Nanometer-Technik daher. Den Speicher-Controller gibt Intel für DDR4-3200 statt wie bisher DDR4-2933 frei.

Die Rückportierung der für 10-nm-Technik entwickelten CPU-Kerne auf 14 nm verspricht hohe Taktfrequenzen, lässt aber nichts Gutes bei der Leistungsaufnahme erahnen. Rocket Lake-S kommt mit bis zu acht CPU-Kernen für die LGA1200-Plattform – zwei Kerne weniger als das bisherige Topmodell Core i9-10900K. Die Powerlimits bleiben laut Fußnoten jedoch identisch: Der Nachfolger hat eine nominelle Thermal Design Power (TDP) von 125 Watt, darf per Intel-Spezifikation aber im Turbo für 56 Sekunden 250 Watt schlucken (Powerlimit PL2).

Als Ausgleich zur verringerten Kernanzahl verspricht Intel eine gestiegene Leistung pro Takt (Instructions per Cycle, IPC) im zweistelligen Prozentbereich. Auffällig: Konkrete Angaben macht Intel nur bei der Leistung der Xe-GPU, die um 50 Prozent zulegen soll.

Intel-Präsentation zu Rocket Lake-S (6 Bilder)

(Bild: Intel)

Ein Blick auf die Mobilprozessoren Tiger Lake-U deutet auf einen Wert im niedrigen zweistelligen Bereich: Der Core i7-1185G7 kommt mit großzügiger TDP von 28 Watt und kurzfristiger Übertretung auf 4,8 GHz und damit rund 600 Singlethreading-Punkte im gut vergleichbaren Render-Benchmark Cinebench R20. Mit mehr Takt wären 650 Punkte für Rocket Lake-S eine optimistische Schätzung – etwa 23 Prozent mehr als beim Core i9-10900K.

Intels Rocket Lake-S könnte somit zwar AMDs Ryzen-5000-Prozessoren knapp schlagen (laut AMD etwa 640 CB-Punkte) und in 3D-Spielen wieder leicht vorne liegen. Mit nur acht Kernen würde er aber bei der Multithreading-Leistung stagnieren und wahrscheinlich weniger energieeffizient arbeiten. Einen Konter für die anwendungsstarken 12- und 16-Kerner von AMD hat Intel folglich auch mit Rocket Lake-S nicht.

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Vorwärts geht es dafür bei der Konnektivität. Rocket Lake-S beherrscht PCI Express 4.0 und nimmt sich mit vier zusätzlichen Lanes ein Vorbild an AMD: Nutzer können eine M.2-SSD mit vier PCIe-4.0-Lanes direkt an der CPU betreiben – einen solchen M.2-Steckplatz reservieren schon heute manche LGA1200-Z490-Mainboards für die 11. Core-Generation. Alternativ zu den bisherigen 400er-Platinen legt Intel Chipsätze der 500er-Serie auf, die als Neuerung USB 3.2 Gen 2x2 mit verdoppelter Übertragungsrate von 20 GBit/s integrieren.

(mma)