Intel Xeon W-3300: Workstation-Prozessoren mit bis zu 38 CPU-Kernen

Die erste Xeon-Prozessorbaureihe für Workstation-PCs setzt auf Intels "Ice Lake" und dreht die Leistungsaufnahme noch einmal ordentlich nach oben.

Lesezeit: 3 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 32 Beiträge

Intel stellte uns kein Bild einer Xeon-W-3300-CPU zur Verfügung. Sie sehen hier daher einen Prozessor der Schwesterbaureihe Xeon SP auf einem Server-Mainboard.

(Bild: c't)

Von
  • Mark Mantel

Intel hat fünf Prozessoren der Serie Xeon W-3300 vorgestellt, die zum ersten Mal eigene 10-Nanometer-Technik in Workstation-PCs bringen. Die Baureihe ist eng mit der dritten Xeon-SP-Generation Ice Lake-SP für Server verwandt, verzichtet aber auf den Multi-Socket-Betrieb und kommt mit dem eigenen Chipsatz C621A.

So lässt sich ein Xeon W-3300 nur einzeln auf einem LGA4189-Mainboard betreiben, das anders als Server-Platinen aber unter anderem Thunderbolt 4 und Wi-Fi 6E bereitstellen kann. Das Topmodell Xeon W-3375 nutzt 38 CPU-Kerne mit 76 Threads und taktet mit 2,5 bis 4,0 GHz. Der All-Core-Turbo liegt bei 3,3 GHz. Das Speicher-Interface wächst von bisher sechs auf jetzt acht Kanäle und kann mit bis zu 4 TByte DDR4-3200-RAM umgehen.

Intel gleicht die eigene Produktpalette somit dem Angebot von AMD an: Die Ryzen Threadripper Pro 3000WX können ebenfalls bis zu 4 TByte RAM im Octa-Channel ansteuern. Anschlussseitig warten sie allerdings mit 128 PCI-Express-4.0-Lanes auf, Intel dagegen nur mit der Hälfte. Xeon W-3300 beherrschen jetzt immerhin auch PCIe 4.0. AMD hat zudem weiterhin einen Kernvorteil mit bis zu 64 Rechenherzen.

Verglichen mit dem Vorgänger Xeon W-3275 bringt der Xeon W-3375 zehn zusätzliche CPU-Kerne, allerdings sinkt der maximale Turbo um 600 MHz. Die Thermal Design Power (TDP) hebt der Chiphersteller trotz neuem Fertigungsprozess (14 vs. 10 nm) und niedrigerer Taktfrequenzen von 205 auf bis zu 270 Watt an.

Der Vollausbau von Ice Lake-SP mit 40 CPU-Kernen bleibt mit dem Xeon Platinum 8380 Servern und Rechenzentren vorbehalten.

Lesen Sie auch

Preislich bleibt alles beim Alten: Das Topmodell kostet nominell weiterhin 4450 US-Dollar (4460 Euro nach aktuellen Umrechnungskurs inklusive Mehrwertsteuer, die in US-Preisen nicht enthalten ist). Die günstigeren Modelle mit 12 bis 32 CPU-Kernen reichen runter bis 950 US-Dollar. PC-Hersteller sollen in Kürze mit dem Verkauf beginnen. Noctua hat bereits angepasste CPU-Kühler für die neue CPU-Fassung LGA4189 angekündigt.

AMDs Ryzen Threadripper Pro 3000WX setzt derweil noch auf die Zen-2-Architektur. Zen-3-Prozessoren mit 64 CPU-Kernen gibt es als Epyc 7003 alias Milan bisher nur für Server – ein kurzfristiger Intel-Konter wäre als Ryzen Threadripper Pro 5000WX möglich.

Spezifikationen der Xeon W-3300 mit bis zu 38 CPU-Kernen.

(Bild: Intel)

(mma)