Intel lagert erstmals Produktion hochwertiger CPUs aus

TSMC wird zunächst Core-i3-CPUs mit 5-Nanometer-Technik herstellen, berichten Marktforscher. Hochwertigere CPUs sollen sogar in 3-nm-Fertigung folgen.

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(Bild: Intel)

Von
  • Frank Schräer

Intel wird einen Teil seiner CPU-Produktion auslagern. TSMC wird bereits im zweiten Halbjahr Core-i3-Prozessoren in Taiwan in Stückzahlen herstellen. Nächstes Jahr sollen CPUs aus dem mittleren und oberen Preissegment hinzukommen. Das ist quasi ein Tabubruch bei dem Weltmarktführer, der stets Wert darauf gelegt hat, zumindest seine besseren CPUs immer selbst zu bauen.

Doch Intel steht unter Druck. Das Kerngeschäft mit den x86-Prozessoren leidet unter anhaltenden Fertigungsproblemen und Produktverzögerungen. Seit Dezember drängt ein bedeutender Investor Intel zu Outsourcing der CPU-Produktion. Am Mittwoch musste Intel-CEO Bob Swan zurücktreten, Pat Gelsinger übernimmt die Nachfolge. Am selben Tag hat das Marktforschungsunternehmen TrendForce Intels Outsourcingpläne verraten.

Demnach wird TSMC (Taiwan Semiconductor Manufacturing Company) die Core-i3-CPUs in aktueller 5-Nanometer-Technik fertigen. CPUs des mittleren und oberen Preissegments sollen voraussichtlich in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres dazukommen. Diese sollen dann sogar schon in 3-Nanometer-Technik produziert werden. Je kleiner die Strukturen sind, umso mehr Chips lassen sich aus einem Silizium-Wafer bauen. Gleichzeitig benötigen kleinere Transistoren weniger Strom, womit auch weniger Wärme weggekühlt werden muss.

Allerdings ist offen, wieviel Produktionskapazität die Taiwaner für Intel haben. Laut einem Bericht hat sich Apple TSMCs komplette 3-nm-Kapazität geschnappt. TSMC produziert Chips für Apples iPhones, iPads und Mac-Computer. Apple wechselt in seinen Macs von Intel- auf ARM-Prozessoren, diese als M1 bekannten Chips stellt TSMC in 5-nm-Technik her. Darüber hinaus nutzt AMD TSMCs Dienste für Ryzen-Prozessoren und Radeon-Grafikchips.

Intel lässt bislang 15 bis 20 Prozent seiner Chips extern fertigen, wie das Marktforschungsunternehmen TrendForce meldet. Die taiwanischen Auftragsfertiger TSMC und UMC übernehmen einen Großteil dieser Chip-Produktion, doch handelt es sich dabei bisher nicht um CPUs. Letztere kommen zum allergrößten Teil aus Intels eigenen Chipfabriken.

Doch diese hinken bei der Fertigungstechnologie hinterher. So musste der Marktführer erst letztes Jahr die Einführung der Chipfertigung im 7-nm-Prozess von Mitte 2022 auf frühestens Ende 2022 oder Anfang 2023 verschieben. Dazu kommt Intels 10-nm-Fiasko, das immer noch keine hohen Stückzahlen zulässt. Daher muss das Unternehmen sogar bei der nächsten Generation seiner Desktop-CPUs ("Rocket Lake-S") noch auf die 14-nm-Fertigung zurückgreifen.

(fds)