Intel verhandelt mit Samsung und TSMC über Outsourcing der CPU-Produktion

TSMC bereitet schon eine neue Chipfabrik für Intel vor. Auch Samsung ist im Rennen. Intel hofft noch auf einen Durchbruch der eigenen Fertigung.

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(Bild: photobyphm/Shutterstock.com)

Von
  • Frank Schräer

Intel soll mit dem taiwanischen Auftragsfertiger TSMC sowie Samsung in Südkorea über die Herstellung einiger der besten Intel-Chips gesprochen haben. Welche Chips dies sein sollen, ist nicht bekannt. In jedem Fall wäre solch ein Outsourcing ein bedeutender Einschnitt bei Intel, dem umsatzstärksten Chip-Hersteller der Welt.

Zuvor hatte ein bedeutender Investor Intel zu Outsourcing der CPU-Produktion gedrängt. Nun berichtet Bloomberg über Verhandlungen mit den beiden potenziellen Auftragnehmern. Laut dem Bericht steht eine Entscheidung über die Strategie noch aus. Intel wolle seine Pläne bei der Bekanntgabe seiner Quartalsergebnisse am 21. Januar verkünden.

Intel hoffe bis zur letzten Minute auf Verbesserungen der eigenen Produktionsfähigkeiten, um zumindest ein großangelegtes Outsourcing oder die Vergabe von Fertigungsaufträgen seiner High-End-Produkte zu vermeiden. Intel musste erst letztes Jahr die Einführung der Chipfertigung im 7-Nanometer-Prozess von Mitte 2022 auf bestenfalls Ende 2022 oder Anfang 2023 verschieben.

Dazu kommt Intels 10-nm-Fiasko, das immer noch keine hohen Stückzahlen zulässt. Daher muss das Unternehmen sogar bei der nächsten Generation seiner für März geplanten Rocket Lake-S Desktop-CPUs noch auf die 14-nm-Fertigung zurückgreifen.

Während sich die Gespräche mit Samsung nach Angaben Bloombergs noch in einer frühen Phase befinden, bereite die Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) ein Angebot vor, Chips für Intel in 4-Nanometer-Technik zu fertigen. Der weltweit größte Chipauftragsfertiger wolle seinen 5-nm-Prozess für erste Tests zur Verfügung stellen. TSMC hatte im Sommer erklärt, dass die N4-Serienproduktion Ende 2022 beginnen soll. Damit würden erste Intel-Chips von TSMC frühestens 2023 auf den Markt kommen.

TSMC baut derzeit ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum in der Nähe des Firmensitzes in Hsinchu im Norden Taiwans, das bis Ende diesen Jahres fertiggestellt werden soll und für 8.000 Mitarbeiter vorgesehen ist. Dieses könnte für die Chip-Produktion umfunktioniert werden, falls Intel dies erfordere.

Auf Anfrage heise onlines hat TSMC Intel als "unseren Langzeitkunden" bezeichnet, einen Kommentar zur Sache aber abgelehnt. heise online hat auch Intel zu einer Stellungnahme eingeladen.

(fds)