Intelsat will mit Reorganisation seine Schulden halbieren

Der Satellitenbetreiber im Insolvenzschutz schlägt dem Gericht einen Finanzplan vor. Die Schulden sollen von 15 auf 7 Milliarden Dollar reduziert werden.

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(Bild: Intelsat)

Von
  • Frank Schräer

Der Satellitenbetreiber Intelsat mit Sitz in Luxemburg schlägt dem zuständigen US-Insolvenzgericht eine finanzielle Umstrukturierung vor. Damit sollen die Schulden von rund 15 auf sieben Milliarden US-Dollar reduziert werden. Wie Intelsat hat sich nach eigenen Angaben die Unterstützung wichtiger Gläubiger gesichert.

Intelsat sowie einige seiner Tochtergesellschaften haben im Mai 2020 vom US-Bundesinsolvenzgericht für das östliche Virginia Insolvenzschutz nach Chapter 11 erhalten Wegbrechende Einnahmen aufgrund der Corona-Krise hätten die Liquidität des Unternehmens zuvor derart reduziert, dass Intelsat vom Konkurs bedroht ist. Der Insolvenzschutz und 5G sollen Intelsat vor der Pleite retten.

Im Vordergrund des Insolvenzverfahrens steht die finanzielle Umstrukturierung des Unternehmens, um wieder zahlungsfähig zu werden und langfristig erfolgreich agieren zu können. Das Unternehmen verspricht sich von dem Verfahren nach eigenen Angaben eine "erhebliche Reduzierung" der aufgelaufenen Altschulden.

Die Freigabe von C-Band-Frequenzen zum 5G-Ausbau durch die US-Regulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC) in den USA gehört ebenfalls zum Plan der finanziellen Entlastung. Intelsat könnte entsprechende Frequenzen freigeben und würde dafür beschleunigte Umzugszahlungen in Höhe von etwa 4,87 Milliarden US-Dollar erhalten, hieß es im Mai.

Dies hat der Satellitenbetreiber im Spätsommer 2020 erreicht. Intelsat hat dafür die Konstruktion von sechs Satelliten bei Maxar und Northrop Grumman in Auftrag gegeben, die ab 2022 von den Raketenbetreibern SpaceX und Arianespace in ihre Umlaufbahnen gebracht werden sollen.

Die dem für den Insolvenzschutz zuständigen Gericht vorgeschlagene finanzielle Umstrukturierung ist der nächste Schritt für Intelsat. Der Satellitenbetreiber wird dafür von Gläubigern unterstützt, denen Intelsat zusammengerechnet 3,8 Milliarden Dollar schuldet. Intelsat strebt eine Anhörung im März 2021 an, um sich die Pläne vom Insolvenzgericht bestätigen zu lassen.

(fds)