Internes Apple-Memo: Mitarbeiter dürfen frei über Gehalt sprechen

Nach Berichten über die Torpedierung interner Lohnumfragen hat Apple klargestellt, dass Angestellte über ihr Gehalt sprechen dürfen – auch öffentlich.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 3 Beiträge

(Bild: Joseph GTK/Shutterstock.com)

Von
  • Leo Becker

Apple hat in einem Memo gegenüber Mitarbeitern bekräftigt, dass es keine konzerneigenen Vorgaben gibt, die den "freien Austausch über Gehalt, Arbeitszeiten oder Arbeitsbedingungen" einschränken – intern wie öffentlich.

Das Memo folgt auf mehrere von Angestellten initiierten Lohnumfragen, die Berichten zufolge unter Verweis auf Datenschutz von Apples Personalabteilung unterbunden wurden. Apple-Mitarbeiter hatten im Vorfeld infrage gestellt, dass bei dem Unternehmen tatsächlich – wie von Apple selbst angegeben – Lohngerechtigkeit herrscht.

Das Apple-Anschreiben basiert in Teilen auf den "Business Conduct"-Regeln des Konzerns, in denen der freie Austausch über Gehälter und Arbeitsbedingungen bereits unter den Rechten für Mitarbeiter vermerkt ist. Es gebe keinerlei Vergeltung gegenüber Angestellten, die Beschwerden "in gutem Glauben" vorbringen, ist dort ebenfalls festgeschrieben. Jeder Mitarbeiter könne seine Bedenken vorbringen, und zwar "intern oder extern", zitiert NBC News aus dem neuen Memo – ein offenbar grundlegender Wandel bei dem für seine strikten Geheimhaltungsregeln bekannten Unternehmen.

Aktivistische Aktionäre hatten im September gefordert, dass Apple das Recht zum freien Austausch über Gehalt und Arbeitsbedingungen nicht nur im "Business Conduct", sondern auch in seinen Mitarbeiterverträgen festschreibt. Nur so könnten interne Missstände ans Licht kommen, das Unternehmen scheint das bislang aber abgelehnt zu haben. Apples Verschwiegenheitsklauseln schützen Firmengeheimnisse, sehen aber keine Ausnahme vor, dass Mitarbeiter sich auch offen zu Dingen wie Belästigungen und Diskriminierung äußern können, ohne Konsequenzen wie den Verlust des Arbeitsplatzes fürchten zu müssen, so die Aktionäre.

Apple-Mitarbeiter haben in den letzten Monaten begonnen, sich verstärkt untereinander auszutauschen, etwa über für die Home-Office-Abstimmung eingerichtete Team-Kommunikations-Tools. Seitdem dringen vermehrt Berichte über Missstände und internen Unmut nach außen, bei Apple ist das ein absolutes Novum. Eine Initiatorin der #AppleToo-Bewegung, auf die auch die internen Umfragen zu Gehaltsunterschieden zurückgehen, verließ das Unternehmen Ende vergangener Woche freiwillig – nach einem Settlement.

Lesen Sie auch
Mehr von Mac & i Mehr von Mac & i

(lbe)