Internet Archive blendet künftig Faktenchecks und Hintergrundinformationen ein

Wer in der Wayback Machine auf Fake News oder Irreführendes stößt, bekommt künftig womöglich einen Link zu einer Faktenprüfung oder zu mehr Kontext angeboten.

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(Bild: rawf8/Shutterstock.com)

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  • Tilman Wittenhorst

Im Internet steht viel, darunter auch viel Fragwürdiges – daher hat es sich das Internet Archive zur Aufgabe gemacht, zu einigen archivierten Webseiten korrigierende Informationen zugänglich zu machen. In manchen Fällen können das Hintergrundinformationen sein, mit denen irreführende Aussagen in den richtigen Kontext gestellt werden; in anderen Fällen sind es Faktenprüfungen, die frühere Falschaussagen korrigieren sollen. Sein neues Vorhaben stellt das Internet Archive in einem Blogbeitrag vor.

Wie Mark Graham in seinem Blogbeitrag schreibt, hat das Internet Archive damit begonnen, Links zu solchen Anmerkungen bei den gespeicherten Snapshots einer Webseite einzublenden, wenn ein Benutzer der Wayback Machine – der Suchmaschine, mit der man im Archiv stöbert – auf eine fragliche Seite stößt. Die jeweils archivierte Webseite bleibt unverändert, es wird lediglich ein gelb hinterlegter Hinweis zwischen dem Header mit den Suchmaschinen-Angaben und dem Snapshot der Webseite eingeblendet.

Faktenchecks oder Hintergrundinformationen zu einer archivierten Webseite blendet die Wayback Machine künftig mit einem gelben Balken ein.

(Bild: Internet Archive / archive.org)

Diese Zusatzinformationen stammen teils von verschiedenen Faktenprüfungs-Institutionen und teils von den betroffenen Websites selbst, falls sie später ihre eigenen Darstellungen korrigiert oder begründet zurückgezogen haben.

Graham betont, man wolle weiterhin die 'digitale Geschichte' bewahren, sei sich jedoch auch des Problems bewusst, dass man damit Zugang zu falschen oder irreführenden Aussagen aus den unterschiedlichsten Quellen bereitstelle. Mit den Links zu weiterführenden Informationen hoffe man, den Benutzern der Wayback Machine mehr Kontext zum besseren Verständnis der Inhalte an die Hand zu geben.

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Der Blogbeitrag führt drei Beispiele an, in denen Kontextinformationen eingeblendet werden: Etwa ein Link zu den Faktenprüfern von Politifact, die eine Aussage in einem CNN-Bericht zur Debatte um das US-Gesetz zu Patientenschutz und bezahlbarer Pflege – auch "Obamacare" genannt – richtigstellen; ein Link zu einem Report von Graphika, der einen Text auf indymedia.uk als Teil einer Desinformationskampagne entlarvt; sowie ein Beitrag auf medium.com, der von der Website selbst zurückgezogen wurde, weil er gegen die Regeln zur Covid-19-Berichterstattung verstieß.

Das Internet Archive arbeitet für die Kontextualisierung seiner archivierten Inhalte mit folgenden Organisationen zusammen: FactCheck.org, Check Your Fact, Lead Stories, Politifact, Washington Post Fact-Checker, AP News Fact Check, USA Today Fact Check, Graphika, Stanford Internet Observatory und Our.news. Über den Umfang der Verlinkungen oder die Anzahl der bereits gesichteten Dokumente macht der Blogbeitrag keine Angaben.

(tiw)