Interpol: Polizei soll sich auf Straftaten im und mit dem Metaverse vorbereiten

Noch besteht das Metaverse vor allem aus Versprechen. Trotzdem überlegen Strafverfolgungsbehörden bereits, was Cyberkriminelle damit anstellen werden.

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(Bild: PopTika/Shutterstock.com)

Bei der internationalen Polizeibehörde Interpol sorgt man sich, dass das geplante Metaverse neue Arten von Cyberkriminalität ermöglichen wird und existierende Straftaten dadurch in größerem Umfang möglich werden. Mitgliedstaaten hätten gefordert, dass man sich auf mögliche Metaverse-Kriminalität vorbereitet, sagte Madan Oberoi der Nachrichtenagentur Reuters. Er ist bei Interpol für Technologie und Innovation zuständig: "Einige der Verbrechen mögen in diesem Medium neu auftauchen, einige existierende Verbrechen werden dadurch ermöglicht und auf eine neue Ebene gehoben", meint er.

Wenn Augmented und Virtual Reality beteiligt sind, könnten etwa Phishing und andere Betrugsarten ganz anders durchgeführt werden, meint Oberoi. Auch Kinderschutzangelegenheiten seien Grund zur Sorge. Über Virtual Reality könnten sogar Straftaten in der physischen Welt ermöglicht werden, so könnten Terrorgruppen in solchen Räumen Angriffe planen und vorbereiten. Erst vor wenigen Wochen hatte die europäische Polizeibehörde Europol gewarnt, dass das Metaverse terroristischen Organisationen neue Möglichkeiten für Propaganda, Rekrutierung und Training geben könnte.

Zwar hatte Europol in dem Bericht "Policing in the metaverse", dass die virtuelle Welt noch weit von den Visionen entfernt sei, die aktuell beworben würden. Doch auch wenn nicht abzusehen sei, wie es am Ende aussieht, lehre doch die Erfahrung, dass es reale Folgen auch für die Strafverfolgung haben werde. Das Internet habe außerdem gezeigt, dass viele unvorhersehbare Folgen auftauchen werden und einige davon die größten Auswirkungen haben dürften. Deshalb sei es wichtig, ein Verständnis davon zu haben. Polizeibehörden sollten sich damit beschäftigen und ihre Erfahrungen weitergeben.

Vorangetrieben wird die Entwicklung des sogenannten Metaverse aktuell vor allem von der Facebook-Mutter Meta. Die virtuellen Welten würden die nächste Generation des Internets darstellen, prophezeit Mark Zuckerberg unermüdlich. Bislang verliert Meta damit aber vor allem viel Geld, das Interesse an den damit verbundenen Produkten hält sich merklich in Grenzen. Nach der Vorstellung der jüngsten Geschäftszahlen war der Aktienkurs von Meta dramatisch abgestürzt.

(mho)