"Invent a Chip": Schüler sollen Technologiesouveränität vorantreiben

Der Schul-Wettbewerb "Invent a Chip" geht in die 21. Runde. Kinder und Jugendliche sollen Halbleiter erforschen und sogar selbst entwickeln.

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Jugendliche nutzen Laptops und Tablet

(Bild: peampath2812/Shutterstock.com)

Von
  • Stefan Krempl
  • Daniel AJ Sokolov

Jugendliche Begeisterung für Mikrochips soll eine Reihe von Wettbewerben wecken, zu denen der VDE (VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik) einlädt. Es ist bereits die 21. Auflage. Einerseits gibt es Preise direkt für Jugendliche, andererseits für Einrichtungen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten und sie für Elektronik und MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) begeistern möchten.

Bei INVENT a CHIP (IaC) beteiligen sich Schüler direkt (empfohlen ab der 9. Schulstufe). Der Wettbewerb startet mit einem interaktiven Online-Quiz und 20 Fragen rund um Mikrochips und Elektronik. Diese Stufe läuft bis 31. Mai. Neu sind dieses Jahr speziell entwickelte Arbeitsmaterialien, darunter zu "Binärcodierung". Schwerpunkte sind üblich, so standen 2014 Konzepte für Halbleiter für die Städte der Zukunft im Mittelpunkt. Den Schülern winken Sachpreise, ihren Schulen Geldpreise bis 1.000 Euro.

Ein Einstieg ins Chipdesign wird durch die IaC-Challenge angeregt. Aufbauend auf den Grundlagen der frei konfigurierbaren Logikgatter bis hin zum ersten eigenen VHDL-Code geht es darum, einen komplexen Zähler mit Anzeige in echter Hardware umzusetzen. Die Teilnehmer bekommen dafür ein eigenes FPGA-Board, wie es professionelle Chipdesigner verwenden, und Anleitungen, um einen Solartracker bestmöglich steuern zu können.

Als Preise sind Hardware, ein exklusives Online-Tutorial, sowie die Qualifikation für das viertägige "IaC-Camp" ausgelobt. Dort vertiefen die besten 25 ihre Kenntnisse. Bei dieser "Endrunde" gibt es Geldpreise bis zu 2.000 Euro, ein Praktikum bei Bosch in Reutlingen sowie Einladungen zu Technikveranstaltungen zu gewinnen. Die Teilnahme an der IaC-Challenge bis 15. September möglich, doch wer zum IaC-Camp möchte, muss die Challenge bis Ende März meistern.

Projekte für Kinder und Jugendliche fördert der VDE im Voraus mit bis zu 2.000 Euro pro Projekt. Dieses Programm heißt "LABS for CHIPS" und ist mit insgesamt 25.000 Euro dotiert. Eingeladen sind Einrichtungen, die Kinder und Jugendlich für Elektronik und MINT-Fächer begeistern sollen, beispielsweise "Schulen, Schülerlabore, Wissenswerkstätten, FabLabs, MakerSpaces, außerschulische Lernorte, Museen, Vereine, Didaktikinstitute". Gefragt ist Open Source, damit gute Ideen und Projekte von Dritten aufgegriffen werden können.

Teilnehmer an den verschiedenen Wettbewerben und Projekten sollen "bei Digitalisierung und Nachhaltigkeit aktiv mitwirken", Einblicke in die Funktionsweise von Halbleitern erhalten und "sogar selbst eigene Mikrochips entwickeln", wirbt der VDE. Auf dem Weg zu verstärkter technologischer Souveränität bildet demnach "schon der Nachwuchs eine wichtige Basis".

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Das Bundesbildungsministerium unterstützt den VDE bei der Ausrichtung. "Ohne (Mikrochips) wird die Energiewende kaum realisierbar, für die Aufgaben des Klimawandels sind sie elementarer Bestandteil", unterstreicht der VDE.

(ds)