Iran: "Zombie"-Instagrammerin zu 10 Jahren Haft verurteilt

Eine junge Iranerin soll 10 Jahre ins Gefängnis, weil sie mit Fotos auf Instagram mehrere Gesetze gebrochen haben soll. Sie hatte sich zum Zombie gemacht.

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Sahar Tabar

(Bild: instagram.com/sahartabar.before)

Von
  • Martin Holland

Im Iran ist eine junge Frau zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil sie mit der Verbreitung stark nachbearbeiteter Selbstporträts auf Instagram gegen Gesetze verstoßen haben soll. Ihre Bilder hatten teilweise weltweit für Aufmerksamkeit gesorgt und ihr Account zwischenzeitlich Hunderttausende Follower, schreibt der Guardian. Auf den Fotos, die Sahar Tabar – die eigentlich Fatemeh Khishvand heißt – auf ihrem Instagram-Kanal geteilt hatte, sieht sie teilweise aus wie ein Zombie.

Tabar war vor allem für Fotos bekanntgeworden, auf denen sie aussieht wie eine Zombie-Version der US-Schauspielerin Angelina Jolie, ihr Vorbild war aber wohl der Film "Corpse Bride – Hochzeit mit einer Leiche" von Tim Burton. Anfangs habe es Gerüchte gegeben, dass sie sich Dutzenden kosmetischen Operationen unterzogen hatte, heißt es bei der BBC. Später hatte sie aber erklärt, dass die Fotos größtenteils auf Make-up und digitale Bildmanipulation basieren. Im Oktober 2019 war die damals 22-Jährige festgenommen worden, die Behörden hatten ihr unter anderem Blasphemie vorgeworfen. Im iranischen Fernsehen sei ihr Geständnis damals dann als Beispiel dafür präsentiert worden, wie der Versuch, auf Social Media berühmt zu werden "ein reales Leben ruiniert" habe.

Wie der Guardian nun weiter schreibt, war ihr anfangs weiterhin noch vorgeworfen worden, zu Gewalt anzustacheln, auf unangemessene Art Geld zu verdienen und Jugendliche zur Korruption zu treiben. Von den insgesamt vier Anklagepunkten seien aber zwei fallengelassen worden, unbekannt sei aber, von welchen. Das harte Urteil erfolgte nun parallel zur Hinrichtung des Journalisten und Bloggers Ruhollah Zam, der unter anderem auf Telegram Enthüllungen über iranische Staatsbedienstete verbreitet hatte. Beides verdeutlicht einmal mehr, mit welch harter Hand die Islamische Republik gegen das Internet und unerwünschte Inhalte sowie die dafür Verantwortlichen vorgeht.

(mho)