JPEG XL soll JPEG, PNG, GIF und Webp beerben

Das neue Bildformat JPEG XL soll die hohe Bildqualität von PNG mit besserer Kompression als JPEG verbinden und sich für alle Arten von Bildern eignen.

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Von
  • Oliver Diedrich

Die Joint Photographic Experts Group (JPEG) hat das Format seines neuen Standards JPEG XL fixiert. Das Format Freeze Release enthält neben der Beschreibung des Codestreams auch eine Open-Source-Bibliothek unter Apache-2-Lizenz zum Lesen und Schreiben des neuen Formats sowie einen En- und einen Decoder als Referenzimplementierungen.

JPEG XL verwendet ein psychovisuelles Modell, das – analog zu MP3 für Audio – eine stärkere Kompression des Bildmaterials mit deutlich weniger Artefakten als beim klassischen JPEG-Format erlaubt. JPEG XL kann Bilder sowohl verlustbehaftet als auch verlustfrei komprimieren. Damit soll sich das Format für Fotos ebenso eigenen wie für Grafiken, die aufgrund der Artefaktbildung an scharfen Kanten nicht in verlustbehafteten Formaten wie JPEG, sondern in PNG oder anderen verlustfreien Formaten gespeichert werden. Wie GIF unterstützt JPEG XL Animationen.

(Bild: Jon Sneyers )

Anders als das Google-Format Webp, das ebenfalls sowohl verlustfrei und als auch verlustbehaftet komprimieren kann und JPEG beim Kompromiss aus Kompressionsrate und Bildqualität ebenfalls übertrifft, ist JPEG XL nicht auf 8 Bit pro Farbkanal beschränkt. Zudem beherrscht das neue Format einen progressive mode: Je mehr Daten einer JPEG-XL-Datei verarbeitet werden, desto besser wird die Auflösung des Bildes. Das ist insbesondere ein Vorteil für responsive (Web-) Anwendungen, die je nach Ausgabegerät Bildmaterial in unterschiedlicher Auflösung benötigen.

Bereits vorhandenes Bildmaterial in den Formaten JPEG, PNG8, PNG24 und GIF soll sich ohne Qualitätsverlust in JPEG-XL-Dateien wandeln lassen, wobei die JXL-Dateien kleiner ausfallen sollen als die Ausgangsdateien. Weitere Informationen zu JPEG XL gibt es beim JPEG Konsortium, einen (vielleicht nicht ganz unvoreingenommenen) Vergleich mit anderen Bildformaten liefert Jon Sneyers, Co-Vorsitzender der JPEG-XL-Gruppe.

Mit JPEG 2000 hatte die Joint Photographic Experts Group schon einmal einen Versuch unternommen, einen Nachfolger für JPEG zu etablieren. Das Format konnte sich jedoch nicht durchsetzen, vor allem, weil anfangs keine Open-Source-Bibliotheken dafür bereitstanden und aufgrund der unklaren Patentsituation Lizenzgebühren befürchtetet wurden. Auch dem von Microsoft entwickelten JPEG-Nachfolger JPEG XR war ebenso wenig Erfolg beschieden wie dem Format JPEG XT des JPEG Konsortiums.

(odi)