James-Webb-Weltraumteleskop: Geplanter Starttermin nicht mehr zu schaffen

Eigentlich soll das Weltraumteleskop JWST am 31. Oktober endlich ins All gestartet werden. Das wird sich aber noch etwas verzögern.

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(Bild: NASA/Desiree Stover)

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  • Martin Holland

Der Start des James-Webb-Weltraumteleskops wird sich weiter verzögern, aber diesmal wohl nur noch um wenige Wochen. Das gestand der Wissenschaftsdirektor der NASA, Thomas Zurbuchen, am Dienstag in einer Presseveranstaltung der Verantwortlichen ein. Dabei sagte Zurbuchen, dass man nun bald damit beginnen werde, das Teleskop zusammenzufalten und für den Transport nach Französisch-Guayana vorzubereiten. Der soll demnach Ende August beginnen. Wenn das Teleskop am Raumfahrtzentrum Guayana ankommt, seien 55 Tage nötig, bis der Start erfolgen könne. Für den geplanten Start Ende Oktober reicht das nicht, aber ab Mitte November soll es so weit sein.

Das James-Webb-Weltraumteleskop (JWST) ist der Nachfolger für das Weltraumteleskop Hubble und ein Gemeinschaftsprojekt der NASA, der europäischen Weltraumagentur ESA und der kanadischen CSA. Ursprünglich sollte es schon 2007 starten, aber es kam zu immensen Verzögerungen und Kostensteigerungen. Zwischenzeitlich hatte der US-Kongress einen Kostendeckel von weniger als 9 Milliarden US-Dollar festgelegt, der aber inzwischen ebenfalls gerissen wurde. Vor wenigen Wochen wurde der riesige goldene Spiegel des Weltraumteleskops zum letzten Mal vor dem Start vollständig ausgeklappt, jetzt geht es ans Verpacken für den Transport von Kalifornien durch den Panamakanal nach Südamerika.

In der Presseveranstaltung ging es nun um verschiedene Faktoren in der letzten Phase vor dem Transport und die jüngsten Verzögerungen. Auch Untersuchungen des europäischen Raketenbauers Arianespace, der mit einer Ariane 5 für den Start ins All zuständig ist, waren Thema. Bei den zwei jüngsten Starts der Rakete im vergangenen Jahr hatte es Erschütterungen beim Aussetzen der Nutzlast gegeben. Zwar habe es keine Beschädigungen gegeben, aber trotzdem eine Analyse. Inzwischen sei der Fehler gefunden und behoben, sicherte Arianespace zu. Vor dem Start des JWST sollen das noch zwei Ariane 5 unter Beweis stellen. Schließlich besteht auch noch die Gefahr, dass sich die Corona-Situation in Französisch-Guayana verschlechtert. Das französische Übersee-Département befindet sich gerade mitten in der dritten Welle.

Weltraumteleskop Hubble (105 Bilder)

Der Affenkopfnebel im Orion
(Bild: ESA/Hubble)

(mho)