James-Webb-Weltraumteleskop: Letzte Tests bestanden, Schiffstransport steht an

Für den Hubble-Nachfolger wird es langsam ernst. In Kalifornien hat das Instrument die letzten Tests absolviert, bald wird es nun nach Südamerika verschifft.

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(Bild: NASA/Chris Gunn)

Das James-Webb-Weltraumteleskop hat auch die letzten Tests erfolgreich absolviert und kann jetzt auf die Schiffspassage zum Startort vorbereitet werden. Das teilten die Weltraumagenturen NASA und ESA mit. Die Verantwortlichen sind damit sicher, dass der Hubble-Nachfolger nach dem Start so arbeiten wird, wie geplant und vor allem den komplexen Prozess des Auseinanderklappens meistern wird. Als Nächstes muss das zusammengeklappte Weltraumteleskop nun per Schiff durch den Panamakanal nach Französisch-Guayana gebracht werden. Von Europas Weltraumbahnhof im dortigen Kourou soll das Weltraumteleskop dann noch in diesem Jahr ins All gebracht werden.

Das Weltraumteleskop James Webb (JWST) ist der Nachfolger für das deutlich in die Jahre gekommene Weltraumteleskop Hubble und ein Gemeinschaftsprojekt der NASA, der europäischen Weltraumagentur ESA und der kanadischen CSA. Ursprünglich sollte es schon 2007 starten, aber es kam zu immensen Verzögerungen und Kostensteigerungen. Zwischenzeitlich hatte der US-Kongress einen Kostendeckel von etwa 9 Milliarden US-Dollar festgelegt, der wurde aber auch gerissen. Für die letzten Verzögerungen war dann die weltweite Corona-Pandemie verantwortlich, zuletzt konnte der Zeitplan aber größtenteils gehalten werden. Zu den verbleibenden Sorgen vor dem Start gehört nun auch die vor der Gefahr, dass Piraten den Schiffstransport stören könnten, hatte ein Vertreter der NASA erklärt.

Wenn das Weltraumteleskop in Französisch-Guayana ankommt, wird es noch 55 Tage bis zum Start mit einer Ariane 5 dauern. Die obere Stufe dieser Rakete ist gegenwärtig bereits aus Bremen auf dem Weg nach Kourou. Sobald das Weltraumteleskop damit ins All gebracht wurde, wird es etwa einen Monat brauchen, bis es seinen geplanten Einsatzort am sogenannten Lagrange-Punkt L2 erreicht. Im Erdschatten wird das hochsensible Instrument dann langsam auf seine Betriebstemperatur abkühlen und gleichzeitig in einer komplexen Prozedur den Spiegel ausklappen, erläutert die ESA. Ungefähr sechs Monate nach dem Start soll das Weltraumteleskop dann seine wissenschaftliche Arbeit aufnehmen.

Weltraumteleskop Hubble (105 Bilder)

Der Affenkopfnebel im Orion
(Bild: ESA/Hubble)

(mho)