Japanische Forscher wollen 2023 Satellit aus Holz ins All schicken

Satelliten, die beim Wiedereintritt in die Atmosphäre verglühen, hinterlassen dort Rückstände. Forscher wollen deshalb einen neuen alten Baustoff testen.

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Konzept für den hözernen Satelliten

(Bild: Sumitomo Forestry)

Von
  • Martin Holland

Für Satelliten, die ohne schädliche Rückstände in der Atmosphäre verglühen können, setzen japanische Forscher nun auf Holz. Gemeinsam mit dem Holzunternehmen Sumitomo Forestry wollen Wissenschaftler der Universität Kyoto den ersten Satelliten aus Holz entwickeln, der 2023 starten soll. Das berichtet Nikkei Asia.

Der Satellit soll beim Wiedereintritt in die Atmosphäre nicht nur verglühen, ohne schädliche Rückstände zu hinterlassen, sondern auch einfachere Strukturen erlauben. Denn da das Naturprodukt weder elektromagnetische Wellen noch das Erdmagnetfeld blockiert, könnten technische Gerätschaften wie etwa Antennen in das Innere verlegt werden.

Die Forscher wollen dem Bericht zufolge erst einmal die nötige Bearbeitung für Holz herausfinden. Dabei geht es vor allem um Widerstandsfähigkeit gegen die großen Temperaturunterschiede und das starke Sonnenlicht, erklärten sie der BBC. Welches Holz eingesetzt wird, sei ein Betriebsgeheimnis. Sumitomo Forestry hat demnach mehr als 400 Jahre Erfahrung in dem Umgang mit dem Werkstoff.

Dem britischen Nachrichtensender erklärte der verantwortliche Wissenschaftler Takao Doi demnach noch, dass sie Wege finden wollen, der Belastung der Atmosphäre mit schädlichen Aluminiumpartikeln entgegenzuwirken. Diese würden bislang beim Wiedereintritt von Satelliten freigesetzt und "irgendwann wird das die Umwelt beeinflussen". Der Forscher war als Astronaut zweimal selbst im Weltraum.

Ihre Idee, auf Holz als Baustoff für Gerätschaften im Weltraum zu setzen, ist dabei nicht neu: Drei NASA-Raumsonden des sogenannten Ranger-Programms zur Erkundung des Mondes hatten Landekapseln an Bord, die in Balsaholz gehüllt waren und auf dem Mond aufschlagen sollten – was aber nur zum Teil erfolgreich war. Der schwierigste Part für einen Satelliten aus Holz ist auch nicht der Start. Es sind die extremen Bedingungen im Weltraum, wie Popular Science schon vor Jahren erklärt hat, die den Baustoff herausfordern. So enthält Holz viel Wasser, das im All verdampfen und dadurch die Struktur destabilisieren würde. Außerdem könne Holz die Wärme etwa des Sonnenlichts nicht so gut über den gesamten Satelliten verteilen. Auch hilft das Baumaterial nicht gegen das immer akutere Problem des Weltraumschrotts.

(mho)