Java: Mandrel – neue Community-Ausgabe von GraalVM für Quarkus erschienen

Die Distribution ist offenbar ein reguläres OpenJDK mit speziell gepacktem nativem GraalVM-Image. Sie soll bereits den Java Flight Recorder unterstützen.

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Java: Mandrel, die neue Community-Ausgabe von GraalVM für Quarkus ist erschienen
Von
  • Silke Hahn

Red Hat und die Community hinter der in Java implementierten virtuellen Maschine GraalVM haben gemeinsam eine neue Downstream-Edition von GraalVM namens Mandrel ins Leben gerufen. Die Distribution soll den Red-Hat-Build des 2019 vorgestellten Java-Frameworks Quarkus ausführen können.

Laut Red Hat ist Mandrel ein reguläres OpenJDK mit speziell gepacktem nativen GraalVM-Image. Es handele sich um eine "nachgelagerte", also Downstream-Open-Source-Distribution zur GraalVM, die Red Hat gemeinsam mit der Community von GraalVM – offenbar in Abstimmung auf bereits bestehende Elemente – entwickelt hat. Das Konzept ist verbreitet, bekannte Beispiele für nachgelagerte Projekte sind Fedora und CentOS (als Downstream zu Red Hat Enterprise Linux) und OKD (als Downstream zu Kubernetes).

Die neue Distribution soll Schlüsselfunktionen von Quarkus ausführen und native ausführbare Dateien erzeugen können. Mandrel unterstützt offenbar bereits den Java Flight Recorder, der gerade auch für die GraalVM angepasst wird.

Hinter dem Release stehen strategische Überlegungen, wie sich Java inmitten einer Welt mit Containertechnologien, Microservices und Kubernetes künftig behaupten soll – nicht nur als Sprache, sondern als Ökosystem mit Bibliotheken und Frameworks.

Quarkus ist laut Anbieter auf die virtuelle Maschine GraalVM zugeschnitten, die als Ökosystem und gemeinsam genutzte Runtime für Java, aber auch für einige andere Programmiersprachen zum Einsatz kommt, insbesondere für Projekte mit "schlankem" Zuschnitt, die wenig Ressourcen beanspruchen sollen. Quarkus nutzt die APIs von GraalVM. Quarkus-native Anwendungen sollen laut Anbieter weniger Speicherplatz benötigen, der Durchsatz wird offenbar mehr durch Skalierung und Elastizität gehandhabt – ähnlich wie bei Kubernetes. Die schnellere Startgeschwindigkeit soll auch hier (wie bei Kubernetes) auf Kosten des dynamischen Laufzeitverhaltens gehen.

Der Red-Hat-Build von Quarkus soll laut Anbieter für die Produktion geeignet sein und stellt eine vollständig unterstützte Java-Anwendung für Kubernetes und Serverless dar. Mit GraalVM lassen sich laut Release Notes Quarkus-Anwendungen bis zu nativen Binärdateien herunterkompilieren, um in der Cloud und mit Kubernetes kompatibler zu sein (dieses Feature befindet sich derzeit noch in der Preview-Phase).

Weitere Informationen lassen sich den Release Notes von Red Hat entnehmen. Das aktuelle Release der GraalVM ist Version 20.1. Zu Quarkus können Interessierte mit einem Artikel von Michael Simons auf heise Developer "einen Blick über den Tellerrand werfen". Derzeit liegt das Open-Source-Framework in Version 1.4 vor, das erste stabile Release erreichte es Ende November 2019.

(sih)