JavaScript-Framework: Next.js 12 präsentiert neuen Rust-Compiler

Das bisher größte Release von Next.js erhöht die Geschwindigkeit durch einen neuen Compiler und bereitet sich auf React 18 vor.

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(Bild: Trismegist san/Shutterstock.com)

Von
  • Maika Möbus

Das React-Framework Next.js hat Version 12 erreicht. Das laut der dahinterstehenden Firma Vercel größte Next.js-Release hat SWC als neuen Compiler und Middleware als Beta-Funktion an Bord. Daneben lassen sich nun einige Features der anstehenden Version React 18 nutzen. Das Major Release enthält auch Breaking Changes: dazu zählen die Entfernung von webpack 4, nachdem bereits Next.js 11 webpack 5 zum Standard erklärt hatte, sowie der Anstieg der benötigten Node.js-Version auf mindestens 12.22.0.

In Next.js 12 löst der in Rust geschriebene JavaScript/TypeScript-Compiler SWC (Speedy Web Compiler) den bisher genutzten Compiler Babel ab. Auf SWC setzen bereits das Web-Build-Tool Parcel und die JavaScript/TypeScript-Runtime Deno. Die damit einhergehende native Kompilierung soll die Build- und Refresh-Zeiten in Next.js deutlich verkürzen.

Laut Vercel kann SWC im Einsatz mit großen Next.js-Codebasen bis zu dreimal schnellere Refreshs sowie bis zu fünfmal schnellere Builds liefern. Die in Version 12 standardmäßig aktivierte Kompilierung mit Rust soll 17-mal schneller ablaufen als mit Babel, zu dem der neue Compiler abwärtskompatibel ist.

Die JavaScript-Bibliothek React liegt seit einem Jahr in der Hauptversion 17 vor, einem Release ohne neue Features. Diese sollen allerdings in React 18 enthalten sein, derzeit als Alpha-Version verfügbar. In Next.js 12 lassen sich deren Features mit npm install react@alpha react-dom@alpha experimentell nutzen.

React 18 soll unter anderem automatisches Batching von Updates und eine neue Streaming-API für serverseitiges Rendern unter Verwendung von React.lazy mitbringen. Die React Working Group hält Entwicklerinnen und Entwickler über neue Pläne auf dem Laufenden.

Die Funktion Middleware steht in Next.js 12 als Beta bereit, um Code nach dem Motto "Code over Configuration" auszuführen, bevor eine Anfrage abgeschlossen ist. Basierend auf dem eingehenden Request einer Nutzerin oder eines Nutzers lässt sich die Reaktion modifizieren, beispielsweise durch einen Redirect oder das Hinzufügen eines Headers. Middleware soll sich für verschiedene Anwendungsbereiche wie Authentifizierung, Schutz gegen Bots, Feature Flags oder A/B-Testing eignen. Wie das geht, zeigt die Dokumentation.

Next.js läuft unter macOS, Windows inklusive Windows Subsystem for Linux (WSL) sowie Linux. Ein Migrationsguide bietet Hinweise, worauf bei einem Upgrade auf Version 12 zu achten ist.

Alle weiteren Informationen zur neuen Hauptversion lassen sich einem Blogeintrag entnehmen.

(mai)