Jobs bei den Tech-Riesen: Google, Microsoft und SAP bremsen bei Neueinstellungen

Google will Neueinstellungen für zwei Wochen stoppen, SAP erst im nächsten Jahr wieder neu anheuern. Und Microsoft streicht Stellenausschreibungen.

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(Bild: mentatdgt/Shutterstock.com)

Von
  • Tobias Knaack
  • Axel Kannenberg

Google setzt die Neuanstellung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für zwei Wochen aus. Das hat CEO Prabhakar Raghavan in einer internen Mitteilung bekanntgegeben. Das haben mehrere Medien in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag berichtet. Wie The Verge schreibt, habe Raghavan der Belegschaft diese Entscheidung per Mail mitgeteilt.

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Man wolle die Zeit nutzen, um eine Abschätzung für die kommenden drei Monate vorzunehmen und an neue Anforderungen in den Teams anzupassen, wird der Google-Boss zitiert von The Verge unter Berufung auf eine Meldung von The Information zitiert. Die Ankündigung betreffe aber keine bestehenden Job-Angebote, jedoch würden in den kommenden Wochen keine neuen ausgesprochen, heißt es weiter.

Zu Beginn des Monats hatte das Unternehmen bereits angekündigt, sein Einstellungstempo drosseln zu wollen. Ein Sprecher hatte damals gesagt, dass diese Maßnahme voraussichtlich bis Ende des Jahres gelten werde. Zugleich hatte Google betont, alleine im zweiten Quartal 2022 rund 10.000 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Firma eingestellt zu haben.

Google ist aktuell bei Weitem nicht der einzige Tech-Gigant, der sein Einstellungstempo drosselt: So hat auch Microsoft laut einem Bericht der Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg Job-Ausschreibungen im Cloud- und im Security-Bereich gestrichen. Diese Einschnitte würden sich auch auf absehbare Zeit fortsetzen, erklärte ein Microsoft-Sprecher Bloomberg. Welche Bereiche das betrifft, blieb offen. Zugesagte Job-Angebote sollen aber eingehalten werden, auch mache man Ausnahmen für besonders kritische Bereiche.

Dem Bericht nach war Microsoft bereits im Mai auf die Bremse getreten, hier vor allem bei Neueinstellungen für die Bereiche Windows, Office und Teams. Anfang des Monats gab es laut Bloomberg auch Entlassungen, etwas unter ein Prozent der weltweit 180.000 Mitarbeiter musste gehen. Vor allem die Bereiche Consulting und Customer Solutions traf das. Zu Ende des neuen Fiskaljahrs, das am 1. Juli begonnen hat, wolle Microsoft aber wieder zulegen bei der Belegschaftszahl.

Auch in Deutschland reagiert man auf die Abkühlung der Konjunktur mit Vorsichtsmaßnahmen: SAP hat laut Bericht des Handelsblatts kürzlich ein Einstellungsstopp verfügt und Geschäftsreisen deutlich eingeschränkt. Es gehe darum, "die wirtschaftlichen Herausforderungen mit den eigenen Umsatz- und Renditeprognosen in Einklang", erläuterte das Unternehmen demnach. Neueinstellungen sollen ins nächste Jahr verschoben werden, Nachbesetzungen seien zunächst nur intern möglich.

Ausnahmen gebe es nur mit Zustimmung der Führungsebene unterhalb des Vorstands, schreibt das Handelsblatt unter Berufung auf Insider. Auch bei der Beschaffung werde gespart: So würden derzeit keine Notebooks für mehr als 2000 Euro genehmigt. Aktuell sind laut Handelsblatt 110.000 Mitarbeiter für SAP tätig.

Zuvor hatten auch andere Techfirmen wie Twitter und Spotify entsprechende Ankündigungen gemacht, Meta hatte im Mai einen Einstellungsstopp in mehreren Bereichen angekündigt. The Verge zufolge plane Apple eine entsprechende Verlangsamung bei Einstellungen für 2023.

(tkn)