Joe Biden drückt bei erneuerbarer Energie auf die Tube​

Die US-Regierung forciert Offshore-Windkraft an der Ostküste und den notwendigen Ausbau der Hochspannungsleitungen. Weniger Bürokratie soll ebenfalls helfen.​

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Illustration zeigt ein Windrad mit drei Rotorblättern und künstlerisch angedeuteten Wind

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

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  • Daniel AJ Sokolov

Neue Offshore-Windparks, weniger Bürokratie und mehr Subventionen sollen die Erschließung erneuerbare Energiequellen in den Vereinigten Staaten von Amerika vorantreiben. Das Weiße Haus hat am Mittwoch ein Maßnahmenbündel vorgestellt. Allen voran steht ein Auktionsverfahren für sechs Pachtgebiete vor der Nordostküste des Landes, in denen Windräder mit 5,6 bis 7 Gigawatt Leistung errichtet werden können.

Das Gebiet vor der Küsten New Yorks und New Jerseys ist insgesamt mehr als 1.900 Quadratkilometer groß. Die sechs Parzellen sollen am 23. Februar versteigert werden. Nordamerika hat zwar viel Küste, aber wenig Offshore-Windkraft, womit diese Auktion die bislang größte Versteigerung ihrer Art auf dem Kontinent sein wird. US-Präsident Joe Biden ist wichtig, dass die Windkraftanlagen im Inland mit inländischen Rohstoffen von gewerkschaftlich organisierten Arbeitskräften gebaut und errichtet werden.

Damit die Windräder zügig installiert werden können, müssen Häfen Flächen für Zusammenbau und Bereitstellung der riesigen Anlagen vorhalten. Das US-Verkehrsministerium subventioniert das in zwei Häfen an der Nordostküste mit insgesamt knapp 50 Millionen US-Dollar.

Weitere Millionen aus Mitteln des Bundesenergieministeriums und einiger US-Staaten fließen in die Erforschung der Offshore-Windkraft. In diesem Sinne wird der US-Wetterdienst National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) mit dem Amt für Meeresenergie (BOEM) zusammenarbeiten, um bessere Daten für die Vorbereitung von Windkraftanlagen zur Verfügung zu stellen.

Umweltfreundliche Stromerzeugung alleine bringt wenig, wenn der Strom nicht zu den Verbrauchern gelangt. Hier mangelt es in den USA besonders: Die Kapazitäten der Hochspannungsleitungen reichen bei Weitem nicht aus, wie riesige Stromausfälle vor Augen geführt haben. Alleine bis zum Ende des laufenden Jahrzehnts müssen sie um 60 Prozent erweitert werden, hat das Energieministerium ausgerechnet. Bis 2050 sei wahrscheinlich eine Verdreifachung erforderlich.

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Zudem sind mehr als 70 Prozent der Hochspannungsleitungen und Umspannwerke schon jetzt über 25 Jahre alt. Daher plant das Energieministerium, über 20 Milliarden Dollar in Form von Subventionen und Kreditgarantien in das Hochspannungsnetz sowie smarte Netze zu investieren. Parallel möchte das Ministerium durch Forschung sowie Netzplanung und schnellere Genehmigungsverfahren helfen.

Schnellere Genehmigungen soll es auch für Kraftwerke auf bundeseigenem Boden an Land geben. Dazu sollen gleich vier Ministerien und die Bundesumweltbehörde zusammenarbeiten. Kommunen dient das Weiße Haus eine neue App an, mit der die Genehmigung privater Solaranlagen auf Hausdächern automatisiert und beschleunigt werden soll.

Und ländliche US-Kommunen sollen indirekt dadurch profitieren, dass das Landwirtschaftsministerium sechs Universitäten jeweils eineinhalb Millionen Dollar für Projekte gibt, die landwirtschaftlich geprägten Regionen bei der Anpassung an den Klimawandel helfen sollen. Außerdem vergibt das Wirtschaftsministerium Subventionen an regionale Cluster, die umweltfreundliche Energiequellen ausbauen oder einschlägige Arbeitskräfte schulen möchten.

(ds)