Datenschutz: Johnny Ryan verlässt Brave und widmet sich Bürgerrechten

Vom Datenschutz-Browser zum Bürgerrechtler: Johnny Ryan verlässt Brave und wird Senior Fellow des Irish Council for Civil Liberties und Open Market Instituts.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 2 Beiträge

Johnny Ryan bezieht in einem Video Stellung zu seinem Ausstieg bei Brave.

(Bild: Brave)

Von
  • Eva-Maria Weiß

Der bisherige Chief Policy & Industry Relations Officer von Brave, Johnny Ryan, hat seinen dortigen Job aufgegeben und widmet sich nun den Bürgerrechten. Dafür ist er nun Senior Fellow der Organisationen Irish Council for Civil Liberties und Open Market Institut. Wobei sich letztere besonders auf das Kartellrecht spezialisiert haben, die irische Bürgerrechtsorganisation hat ihren Sitz in Dublin und fokussiert passend Fragen des Datenschutzes.

Ryan hat bereits im Namen von Brave Beschwerden bei mehreren europäischen Behörden eingereicht, in denen er die Zerschlagung von Google fordert. Googles Vorgehen, die Daten aus mehreren Diensten zusammenzuführen, verletze die Datenschutzgrundverordnung. "Die persönlichen Daten zu haben, bedeutet nicht, dass Google sie auch übergreifend in allen Geschäftsbereichen nutzen darf", hieß es in dem Schreiben.

Zudem hat Ryan bereits vor zwei Jahren in mehreren Ländern Beschwerde gegen Echtzeit-Werbeauktionen eingereicht. Dabei werden Nutzerdaten an die entsprechenden Firmen weitergeleitet, um darauf basierend personalisierte Werbung anzeigen zu können.

Da sich bisher jedoch aus seinen Beschwerden keine Änderungen ergeben haben, will Ryan nun aktiver werden, hat er dem Nachrichtenmagazin Ad Exchanger gesagt. "Mein Ziel ist eine vollständige Durchsetzung des Datenschutzes in dieser Branche." Die Werbeplattformen Criteo, Google und Co würden dem W3C die gleichen Methoden unterjubeln, nur auf anderen Wegen als durch Cookies.

Lesen Sie auch

Brave ist vergangenes Jahr als Version 1.0 rausgekommen, nach etwa vier Jahren Entwicklungszeit. Der Browser blockiert Werbung und Tracker – und bezahlt Nutzer dafür, dass sie Werbung anschauen. Mitgründer ist Brendan Eich, vormals Mozilla-Chef. Er möchte mit Brave das Internet wieder ein bisschen heiler machen.

(emw)