Jolla: Sailfish OS 4 mit isolierten Apps und Android 9-Support

Aktualisierter Browser

Inhaltsverzeichnis

Jolla aktualisiert, wie bereits mit Sailfish OS 3.4 begonnen, abermals die Engine des Webbrowsers, der jetzt mit “Gecko“ Version 60 arbeitet. Selbst diese Version ist bereits vor fast drei Jahren erschienen und damit veraltet. Dennoch führt das zu höheren Ladegeschwindigkeiten und Kompatibilität mit aktuellen Webseiten. Außerdem verfügt der Browser jetzt auch über längst gängige Sicherheitsfeatures wie das Blocken von Popups oder Cookies. Webseiten wie OpenStreetMaps kann man nun Zugriff auf die aktuellen Standortdaten gewähren, aber der Zugriff auf Kamera und Mikrofon fehlen weiterhin. Daher lässt sich ein Videochat im Browser, etwa über Jitsi, nicht verwenden.

Im Browser lassen sich Cookies und Popups blockieren und der Zugriff auf Standortdaten gewähren.

Die neue Lesezeichenverwaltung ist übersichtlicher und verfügt über eine Suchfunktion. Erstmals kann man den Browserverlauf anzeigen lassen und einzelne Webseiten daraus löschen. Webseiten lassen sich als PDF abspeichern. Die Einstellungen des Browsers öffnet man an Ort und Stelle statt wie bisher umständlich über die systemweite Einstellungen-App.

Über das Browsermenü ruft man Lesezeichen, Verlauf und Einstellungen auf oder speichert die geöffnete Webseite als PDF ab.

In dieser Einstellungen-App haben die Entwickler Systemfunktionen, Apps und Konten in Reitern voneinander getrennt, wodurch man schneller die gewünschte Einstellung findet. Für VPN-Verbindungen kann man festlegen, dass diese automatisch während des Systemstarts aufgebaut werden.

Auch andere Sailfish-Apps hat Jolla überarbeitet. Auf Wunsch scannt die Kamera-App QR-Codes und zeigt den darin hinterlegten Text an. Diese Funktion muss man aber erst in den Einstellungen aktivieren. Im Kalender kann man für Termine Zeitzonen festlegen und dieser zeigt bei Synchronisierungsproblemen eine deutliche Warnung an. In der E-Mail App ist JavaScript endlich standardmäßig deaktiviert, was für mehr Sicherheit beim Lesen von HTML-Mails sorgt.

Mit Sailfish OS 4.0 stellt Jolla nach 7 Jahren die Unterstützung für ihr erstes Smartphone ein. Das Ende 2013 erschienene Smartphone kam mit einem Dual-Core Snapdragon 400 Prozessor mit 1GB RAM und innovativen "The Other Half"-Hardwaremodul-Konzept. Von der Community wurden dafür zum Beispiel Zusatz-Akku, Solarladetechnik oder Tastatur entwickelt. Jolla zog sich Ende 2015 von der Hardwareentwicklung zurück, nachdem ein mit Crowdfunding finanziertes Tablet nicht an alle Unterstützer ausgeliefert werden konnte und die Firma in finanzielle Schwierigkeiten brachte.

Jolla bietet Sailfish OS 4 als kostenlose Community-Version für die Geräte Jolla C, Jolla Tablet, GeminiPDA, sowie Sony Xperia XA2 und Xperia 10 Serie an. Die Laufzeitumgebung für Android-Apps ist aber nur in der kostenpflichtigen Variante Sailfish X für die Sony-Modelle enthalten und kostet einmalig 49,90 Euro. Wer mehr über Sailfish OS und insbesondere die neue Version erfahren möchte, findet weitere Informationen in Jollas Blogeintrag zu Sailfish OS 4.

(ktn)