KDE Plasma 5.25 verbessert Gesten- und Touchscreen-Steuerung

Die neue Version 5.25 der Desktop-Umgebung KDE Plasma vereinfacht die Bedienung. Zudem bietet sie schwebende Kontrollleisten und bringt mehr Farbe ins Spiel.

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Aufmacher KDE Plasma 5.25
Von
  • Tim Schürmann

Die aktualisierte Fassung der Desktop-Umgebung KDE-Plasma bringt unter anderem eine erleichterte Bedienung, schwebende Kontrollleisten und bietet gefällige Farbspiele. So kann Plasma 5.25 die im Hintergrundbild dominierende Farbe als Akzentfarbe übernehmen. Zeigt der Hintergrund beispielsweise einen roten Sonnenuntergang, erscheinen hervorgehobene Menüeinträge, Ordner im Dateimanager und einige andere Elemente ebenfalls in einem Rotton.

Plasma passt dabei die Farben dynamisch an: Wechselt das Hintergrundbild, ändert sich umgehend auch die Akzentfarbe und somit die Stimmung in den Programmfenstern. Auf Wunsch tönt Plasma sogar alle Fenster in der Akzentfarbe. Die Intensität dieser Tönung darf man in den Farbeinstellungen stufenlos regulieren.

Die dominierende Farbe im Hintergrundbild "Cluster" ist ein Rotton, in dem Plasma hier behutsam alle Fenster tönt. Das Ergebnis wirkt wie ein Blick durch eine rosarote Brille.

(Bild: Screenshot)

Der Sperr- und der Log-in-Bildschirm "schütteln" sich, wenn man ein falsches Passwort eintippt. Beim Wechsel zu einem anderen globalen Design darf man jetzt detailliert auswählen, welche Bestandteile des Designs der Desktop übernehmen soll. Auf diese Weise kann man etwa gezielt nur die Symbole aus dem globalen Design "Breeze Dunkel" holen.

Mit diesen Einstellungen würde Plasma lediglich die Symbole aus dem globalen Design "Breeze Dunkel" übernehmen.

(Bild: Screenshot)

Weitere interessante Neuerungen verstecken sich im Bearbeitungsmodus, den man beispielsweise über einen Rechtsklick auf eine Kontrollleiste aufruft. Letztere kann man dort in ein Floating Panel verwandeln: Bislang klebten Kontrollleisten immer an einem der Bildschirmränder. In Plasma 5.25 halten Kontrollleisten auf Wunsch automatisch etwas Abstand.

Hierdurch entsteht der Eindruck einer schwebenden Leiste, die optisch an das Dock aus macOS erinnert. Sobald man ein Fenster maximiert, bläht sich die Kontrollleiste automatisch wieder bis zum Rand auf. Dieses Verhalten sorgt dafür, dass der ansonsten durchscheinende Hintergrund nicht bei der konzentrierten Arbeit stört.

Aktiviert man das "Floating Panel", hält die zugehörige Kontrollleiste etwas Abstand zum Bildschirmrand ein.

(Bild: Screenshot)

Neu ist auch das über den Bearbeitungsmodus erreichbare Fenster zur "Verwaltung der Kontrollleisten und Arbeitsflächen" (im Englischen etwas knackiger als Containment Management Window bezeichnet). Mit seiner Hilfe verschiebt man schnell den Inhalt einer kompletten Arbeitsfläche auf einen anderen Bildschirm – einschließlich der Miniprogramme, Ordner und Kontrollleisten.

Sobald man bei einem Convertible-Notebook den Bildschirm von der Tastatur löst oder ihn um 360 Grad hinter die Tastatur klappt, wechselt Plasma in den Touch Mode. In ihm geht die Desktop-Umgebung von einer reinen Touch-Bedienung aus. Plasma 5.25 vergrößert dann automatisch die Fensterleiste, den Systemabschnitt der Kontrollleiste, die Titelleisten der Fenster und die Kontextmenüs. Dank dieser Anpassungen lassen sich die einzelnen Elemente leichter mit den Fingern treffen. Der Abstand der Symbole in der Fensterleiste lässt sich im normalen Betriebsmodus jetzt auch manuell erhöhen.

Bereits in der Vorversion hatten die KDE-Entwickler den Overview-Effekt eingeführt (in der deutschen Lokalisierung als Übersicht bezeichnet). Ähnlich wie die Aktivitäten-Ansicht beim Konkurrenten Gnome stellt der Effekt übersichtlich sämtliche geöffneten Fenster zur Wahl. Plasma 5.25 präsentiert im oberen Teil dieses Bildschirms zusätzlich ein Eingabefeld sowie Miniaturen aller existierenden Arbeitsflächen. Hinter dem Eingabefeld verbirgt sich das globale Suchwerkzeug KRunner, sodass man direkt in der Übersicht nach Dateien suchen und sogar Programme starten kann. Über die Miniaturen wechselt man wiederum blitzschnell die Arbeitsfläche. Zudem lassen sich mit wenigen Mausklicks weitere virtuelle Desktops hinzufügen oder bestehende entfernen und umbenennen.

Die Tastenkombination Meta und w aktiviert die Overview-Ansicht, die unter anderem KRunner einbettet.

(Bild: Screenshot)

Des Weiteren hat Plasma 5.25 einige nützliche Gesten gelernt. Wer etwa mit drei Fingern über sein Touchpad streicht, wechselt zwischen den virtuellen Arbeitsflächen. Eine Wischgeste mit vier Fingern nach oben aktiviert das Arbeitsflächen-Raster, das alle virtuellen Desktops samt Inhalt übersichtlich nebeneinander präsentiert. Wischt man auf einem Touchscreen vom oberen Rand zur Mitte, aktiviert Plasma wahlweise die Overview-Ansicht, die Darstellung mit den Fenstern aller Arbeitsflächen (Present-Window-Ansicht), das Arbeitsflächen-Raster oder den Desktop.

Hat man in Discover ein Programm ausgewählt, kann man über entsprechende Links direkt zur Dokumentation und der offiziellen Website springen. Ferner verrät die Softwareverwaltung, welche Ressourcen das entsprechende Programm nutzen möchte. Die Einstellungen für die KWin-Skripte haben die Entwickler überarbeitet, wodurch sich die Skripte jetzt einfacher verwalten lassen sollen.

Alle größeren Neuerungen stellt die offizielle Ankündigung zu Plasma 5.25 anschaulich in kurzen Videos vor. Sämtliche Änderungen und Fehlerkorrekturen listet zudem das ausführliche Changelog auf.

Wer Plasma 5.25 ausprobieren möchte, kann zum aktuellen KDE Neon greifen. Diese Distribution erstellt und pflegt das KDE-Team, als Basis dient Ubuntu. Plasma 5.25 ist derzeit in der "Unstable Edition" enthalten, die sich auf der KDE-Webseite herunterladen lässt. Das entsprechende Startmedium bootet direkt in ein Live-System, in dem sich alle neuen Funktionen unverbindlich testen lassen.

(dmk)