KI-Katamaran und autonome Drohnen sollen Menschen in Seenot helfen

Schwedische Forscher haben ein autonomes System aus Katamaran und Drohnen entwickelt. Es könnte unter anderem Geflüchtete in Seenot vor dem Ertrinken bewahren.

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Eine der Drohnen, die bei dem Seenotrettungs-System zum Einsatz kommen.

(Bild: Christian Svensson / Chalmers University of Technology)

Von
  • Malte Kirchner

Forscher einer technischen Hochschule in Schweden haben ein komplett autonomes System aus einem Katamaran und verschiedenen Drohnen entwickelt, das bei der Suche nach Schiffbrüchigen helfen kann. Das Projekt zielt vor allem auf Seegebiete mit Flüchtlingen ab. Die Suche soll dank der Technik schneller und effizienter ablaufen und damit einen Beitrag dazu leisten, mehr Menschen vor dem Ertrinken zu retten.

Im Mittelpunkt des Systems der Chalmers University of Technology in Göteborg steht der Katamaran Seacat, der als Basis für mehrere Flugdrohnen dient. Das per Internet mit dem Festland verbundene Schiff verfügt über eine Startrampe für Starrflügler-Drohnen.

Diese überfliegen, gesteuert von Künstlicher Intelligenz, Suchgebiete, in denen es wahrscheinlich ist, Menschen zu finden. Orten die Drohnen Objekte im Wasser, löst das den Abflug eines Quadcopters auf dem Katamaran aus. Dieser nimmt Fotos von der Fundstelle auf und überträgt diese an die Rettungsleitstelle an Land. Der Quadcopter kann neben Fotos auch Hilfsgegenstände zu den Menschen in Seenot bringen.

Die Starrflügler-Drohnen landen nach ihrem Einsatz und bei leerem Akku im Wasser in der Nähe des Katamarans, der diese automatisch wieder aufnimmt. Nach erfolgreichem Aufladen können diese erneut starten. "Bisher ist es uns gelungen, einen Quadcopter auf Seacat landen zu lassen, und die geflügelten Drohnen werden derzeit geprüft", sagt Ola Benderius, Professor in der Abteilung Fahrzeugtechnik und autonome Systeme und einer der Leiter des Projekts. Bis zum Abschluss des Projekts im September 2022 soll das System noch komplett zusammengebaut und erprobt werden.

Der Seacat-Katamaran stammt bereits aus einem anderen Projekt im Jahre 2020/2021. Er wurde seinerzeit von der Universität entwickelt, um die Risiken bei Inspektionen auf hoher See zu reduzieren. Das System sollte etwa Überprüfungen an Windparks und Häfen auch bei widrigen Bedingungen ermöglichen.

(mki)