Kali Linux 2020.3 mit neuer Shell und GUI für den Windows-Desktop

Das neue Kali-Release bereitet den Umstieg von Bash nach ZSH vor und bringt für Windows mit WSL2 dank "Win-KeX" eine grafische Oberfläche mit.

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(Bild: kali.org / vimeo.com)

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  • Olivia von Westernhagen

Die dritte Kali Linux-Ausgabe im laufenden Jahr, Version 2020.3, ist jetzt verfügbar. Sie bringt ZSH als leistungsfähige Bash-Alternative mit, die in Kali 2020.4 zum Standard werden soll. Dank "Win-KeX" hat Kali Linux in der WSL2-Umgebung (Windows Subsystem for Linux) nun auch eine grafische Oberfläche. Außerdem gibt es einen speziellen Modus für HiDPI-Displays, bessere ARM-Unterstützung, neue Tools für die NetHunter-Plattform sowie diverses grafisches Feintuning.

Die Debian-basierte Linux-Distribution richtet sich, ähnlich wie der Konkurrent Parrot OS, primär an ein IT-Sicherheitsaffines Publikum und bringt für dieses eine große Auswahl vorinstallierter Werkzeuge etwa zur Schwachstellen-Analyse und Forensik mit.

(Bild: kali.org)

Mehr Möglichkeiten auf der Kommandozeile als die bislang genutzte Bash (Bourne Again Shell) bietet nach Einschätzung der Kali-Entwickler die Z-Shell (ZSH). Deshalb wollen sie diese ab Version 2020.4 zur Default-Shelll machen. Angesichts der recht großen Umstellung hofft das Team auf Community-Feedback. Man wolle vor dem endgültigen Wechsel noch zahlreiche Tests und Anpassungen durchführen, und weder eine Verzögerung noch eine komplette Kehrtwende seien ausgeschlossen.

Wer 2020.3 frisch installiert, kann ZHS in Kali jetzt schon ausprobieren und auf Wunsch mit dem Befehl chsh -s /bin/zsh zum Standard machen. Im Falle eines Upgrades von 2020.2 auf 2020.3 sind ein paar Extraschritte notwendig, die in den Release-Notes zu Kali 2020.3 erklärt werden.

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Kali Linux für Windows 10 (auf Basis des Windows Subsystem for Linux, WSL) gibt es bereits seit 2018. Bislang war Kali hier nur über die Shell bedienbar – nun bringt Win-KeX ("Windows + Kali Desktop EXperience") das Kali-GUI auf den Windows-Desktop.

Dank Win-KeX können die in Kali enthaltenen Werkzeuge unter Windows mit WSL2 nun auch über eine GUI aufgerufen werden.

(Bild: kali.org)

Im Anschluss an die Installation von WSL2 und Kali 2020.3 kann Win-KeX über

sudo apt update && sudo apt install -y kali-win-kex

nachgerüstet und dann mit kex aufgerufen werden. Eine detaillierte Anleitung liefert die offizielle Kali-Doku zu Win-KeX.

Kali NetHunter, das Android-Gegenstück zur Desktop-Version, unterstützt nun die Nokia-Smartphones 3.1 und 6.1. Vor allem aber bringt die Pentesting-Plattform standardmäßig neue Werkzeuge für Angriffe aufs Bluetooth-Protokoll mit, die in einem Toolkit namens Bluetooth Arsenal gebündelt sind.

Für besonders hochauflösende Displays (High-DPI/HiDPI) bietet Kali Linux in Version 2020.3 einen speziellen HiDPI-Modus, der über den Befehl kali-hidpi-mode oder über die GUI auswählbar ist. Eine weitere optische Verbesserung sind überarbeitete Icons für die mitgelieferten Tools: Jedem Werkzeug ist im Menü nun ein eigenes eindeutiges Symbol zugeordnet. Die Desktopumgebung Gnome hat ein paar farbliche Anpassungen, der Dateimanager Nautilus ein neues Theme bekommen.

Schließlich haben die Entwickler auch an Kalis Unterstützung für die ARM-Architektur geschraubt und 19 ARM-Images für verschiedene Geräte bereitgestellt. Bei Bedarf können weitere Abbilder mit Hilfe von Skripten erzeugt werden. Details zu weiteren ARM-Verbesserungen – unter anderem bringen alle Images dank integriertem kali-linux-default Metapaket nun eine größere Tool-Auswahl mit – sind den Release-Notes zu entnehmen.

Alle Kali-Linux-Varianten stehen in einer 64- und einer 32-Bit-Fassung zum Download bereit. Wer bereits Kali Linux als installiertes System nutzt, muss dieses lediglich aktualisieren, eine Neuinstallation ist nicht notwendig.

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(ovw)