Kali Linux 2021.1: Xfce 4.16, "Command-Not-Found"-Feature und neue Tools

Die Linux-Distribution für Sicherheitsexperten aktualisiert Xfce und KDE Plasma, erweitert den Security-Werkzeugkasten und hilft, vermisste Tools aufzuspüren.

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"Kali-fied": Die neue Kali-Version passt Terminals an das für die Distribution typische Design an.

(Bild: kali.org)

Von
  • Olivia von Westernhagen

Die Entwickler der Linux-Distribution Kali Linux haben im Zuge des vierteljährlichen Update-Zyklus die erste neue Version im Jahr 2021 veröffentlicht. Kali Linux 2021.1 bringt die Standard- Desktopumgebung Xfce auf den neuesten Stand und aktualisiert auch KDE Plasma als angebotene Alternative.

Das Debian-basierte Kali Linux richtet sich primär an ein IT-Sicherheitsaffines Publikum und bringt für dieses eine große Auswahl vorinstallierter Werkzeuge etwa zur Schwachstellen-Analyse und Forensik mit. In 2021.1 sind wieder neue Tools an Bord – und das neue Feature "Command-Not-Found", das beim Auffinden vorhandener oder manuell nachzuinstallierender Werkzeuge hilft. Außerdem gibt es Aktualisierungen für die mobile Kali-Variante NetHunter und erstmals auch Kali-VMS für Macs mit Apple Silicon-Prozessor (M1).

Kali Linux 2021.1 kommt mit dem aktuellen, Ende 2020 erschienenen Xfce 4.16. Alternativ kann Plasma verwendet werden, das immerhin in Version 5.20 dabei ist (aktuell ist das vergangene Woche erschienene KDE Plasma 5.21). Optisch aktualisiert wurden auch diverse Terminalemulatoren und -multiplexer: xfce4-terminal, tmux, tilix, konsole, qterminal und mate-terminal haben das Kali-typische Drachen-Design erhalten.

Wer Kali optisch noch stärker an den eigenen Geschmack anpassen will, kann auf frisch überarbeitete Wallpaper-Packages (kali-wallpapers-2020.4, kali-wallpapers-2019.4, kali-wallpapers-legacy, kali-wallpapers-all, kali-community-wallpapers) zurückgreifen, deren Xfce-Support die Entwickler nach eigenen Angaben verbessert haben.

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Die neue Kali-Version bringt insgesamt 12 neue Tools des Kali-Teams, aber auch externer Entwickler mit. Darunter befinden sich etwa Airgeddon für WLAN-Audits, GitLeaks, mit dem man GitHub-Repositories nach sensiblen Informationen scannen kann oder WordlistRaider, ein Tool zum Vorselektieren von Inhalten bestehender Wortlisten für Brute-Force-Angriffe. Einen vollständigen Überblick über alle Tools bieten die Release-Notes im letzten Abschnitt dieser Meldung.

Das Kali-Team ändert hin und wieder die Auswahl vorinstallierter Tools in verschiedenen Versionen der Distribution. Um Nutzern die Suche nach vorhandenen, aber auch nach Tools zu erleichtern, die nicht mit dabei sind und nachinstalliert werden müssen, gibt es jetzt "Command-not-Found". Es handelt sich hier um eine Hilfsfunktion der Kommandozeile, die bei "Vertippern" in Tool-Namen Alternativvorschläge liefert ("did you mean...?"). Fehlt das jeweilige Tool, wird ein Hinweis auf das nachzuinstallierende Paket angezeigt.

Ohne die neue Funktion würde immer einfach nur "command not found" angezeigt werden.

(Bild: kali.org)

Bei einer frischen Installation von Kali Linux 2021.1 ist die neue Funktion gleich mit dabei. Selbiges gilt auch beim Umstieg von älteren Versionen, sofern Nutzer die Bash-Shell nutzen. Wird hingegen ZSH verwendet, wie es seit Version 2020.4 standardmäßig der Fall ist, muss händisch nachgearbeitet werden. Wie das geht, verraten die Release-Notes.

Eine vollständige Übersicht über alle Neuerungen liefern die

Wer Kali Linux 2021.1 neu installieren möchte, findet auf der Kali Linux Download-Site 32- und 64-Bit-ISOs inklusive der neuen Apple M1-ARM-Fassung. Die Seite enthält außerdem Verweise auf VMware-, VirtualBox- und ARM-Images sowie auf die sogenannten "Weekly Builds" von Kali Linux. Zielgruppe dafür sind Neugierige die keine Angst vor dem einen oder anderen möglicherweise noch vorhandenen Bug haben.

Kali Linux Nethunter ist eine eigene Download-Site gewidmet. Die aktualisierte Fassung der mobilen Kali-Variante umfasst ein Update der "Busy Box"-Komponente und der Tools (u.a. "Rucky"); außerdem steht eine neue Boot-Animation zur Wahl. Weitere Details verraten auch hier die Release Notes.

Die Kali-Installation auf M1-Macs wird in diesem von den Entwicklern empfohlenen Video erklärt.

(ovw)