Kameramarkt 2020 in Zahlen: Hoffnungen enttäuscht

Das vergangene Jahr war auch für die Fotobranche schwierig. Die Zahlen fallen düster aus. Die Hoffnung auf einen versöhnlichen Abschluss erfüllte sich nicht.

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Von
  • Sophia Zimmermann

Der Photoindustrie-Verband (PIV) hat die endgültigen Marktzahlen für das vergangene Jahr vorgelegt. Wenig überraschend setzte 2020 den bereits seit Jahren währenden Abwärtstrend fort. Insgesamt konnten die Kamerahersteller nur knapp 1,6 Millionen Geräte auf dem deutschen Markt absetzen – Actioncams und Camcorder inbegriffen. 2019 waren es noch mehr als 2,1 Millionen. Das ist ein Rückgang um etwa 25 Prozent.

Dabei traf es die verschiedenen Kameraklassen unterschiedlich hart. Während die kompakten Digitalkameras mit einem Absatzrückgang von knapp 30 Prozent davon kamen, ging es für die Klasse der Spiegelreflexkameras stückmäßig um fast 40 Prozent bergab. Lediglich 170.000 dieser Geräte fanden hierzulande im vergangenen Jahr einen Käufer.

Selbst die Hersteller spiegelloser Systemkameras, die bisher immer ein Wachstums verbuchen konnten, mussten 2020 Absatz- sowie Umsatzeinbußen in Kauf nehmen. Knapp 275.000 Spiegellose brachten Sony und Co. im vergangenen Jahr an Frau und Mann, im Vorjahr waren es noch gut 315.000 – ein Rückgang um nicht ganz 15 Prozent. Beim Umsatz fiel die Differenz laut Photoindustrie-Verband mit -5,6 Prozent eher mild aus. Dafür dürften vor allem die höheren Durchschnittspreise verantwortlich sein.

Dabei macht der PIV auch klar, dass sich die Hoffnungen auf einen versöhnlichen Jahresabschluss nicht erfüllt haben. Im Oktober 2020 seien die Marktteilnehmer noch davon ausgegangen, dass das bevorstehende Weihnachtsgeschäft mit Mehrwert-Aktionen den Rückgang der Nachfrage auf ein leichtes Minus im Gesamtjahr begrenzen könnte, so der Verband.

Auch im Hinblick auf Kamerazubehör dürften diese enttäuscht worden sein. Selbst bei den Objektiven für spiegellose Systemkameras, die 2019 noch einen deutlichen Sprung nach oben machen konnten, gingen die Absätze zurück. Gleiches gilt für Blitzgeräte und Fototaschen.

Lediglich die Kamerastützen in Form von Stativen und Video-Rigs entwickelten sich deutlich positiv. Konnten die Hersteller 2019 noch etwa 796.000 dieser Produkte absetzen, waren es im vergangenen Jahr immerhin 866.000. Die Umsätze wuchsen allerdings weniger stark von 58 Millionen auf 61 Millionen Euro. Dies passt zum allgemeinen Trend am Kameramarkt, der sich gerade stark auf Videografie fokussiert – sowohl im Profi- als auch im Consumer-Bereich.

Mit einem blauen Auge davon gekommen sind Sofortbildkameras, die lediglich auf das Niveau von 2017/2018 zurückfielen. Immerhin kauften die Deutschen im vergangenen Jahr 425.000 dieser analogen Kameras und spülten damit etwa 34 Millionen Euro in die Kassen von Fujifilm, Polaroid und Co. Laut PIV ist auch das Folgegeschäft durchaus lukrativ: Hierzulande werden demnach rund neun Filme pro erworbene Kamera verkauft. Der Umsatz liegt gemäß PIV damit bei etwa 31 Millionen Euro.

Stabil entwickelte sich auch die Nachfrage nach Fotobüchern, von denen die Deutschen im vergangenen Jahr mehr als neun Millionen Stück (2019: 8,9 Millionen) drucken ließen und damit einen Umsatz von 310 Millionen Euro (2019: 306 Mio. Euro) generierten. Im Schnitt kostete ein Buch wie im Vorjahr etwa 34 Euro.

(ssi)