Keine Erholung für Lufthansa: Weitere 125 Flugzeuge müssen in "Coronaschlaf"

Die Wintermonate werden laut dem Lufthansa-Vorstand hart. 125 Flugzeuge sollen zusätzlich stillgelegt werden, Kurzarbeit wie im Frühjahr steht bevor.

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Ein Wartungshangar der Lufthansa-Werft in Hamburg: Der Airbus A340 ist zu lang für die Halle.

(Bild: Knut Gielen)

Von
  • Kristina Beer

Die Lufthansa muss ihre Geschäftsziele für das Winterhalbjahr nach unten korrigieren. Wie die Tagesschau berichtet, könne der Konzern nicht an seinem Ziel festhalten, zum Jahresende "wieder auf 50 Prozent der angebotenen Kapazität zu kommen". In Zuge dessen werden weitere Flugzeuge stillgelegt. Der Lufthansa-Vorstand habe in einem Brief an seine Mitarbeiter geschrieben, man wolle möglichst viele Bereiche ab Mitte Dezember in einen "Wintermodus" versetzen.

Die wieder aufflammenden Coronavirus-Infektionszahlen in Europa und Amerika und damit einhergehende Reisebeschränkungen und Pflichtquarantänen hätten die Nachfrage einbrechen lassen. Bereits in der vergangenen Woche erklärte die Lufthansa, dass sie maximal 25 Prozent der Vorjahreskapazität anbieten könne. Die momentane Situation komme in ihren Auswirkungen einem Lockdown gleich.

Laut Schätzungen des Managements, werde die Passagierzahl mehr als 80 Prozent unter dem Vorjahreswert bleiben, heißt es bei der Tagesschau. Deshalb sollen nun auch 125 Flugzeuge zusätzlich stillgelegt werden. Aber auch andere Kosten müssen laut dem Schreiben des Vorstandes sinken. Ein Großteil der Verwaltungsmitarbeiter werde bis Ende Februar auf Kurzarbeit gesetzt. Auch sollen nur wenige Arbeitsplätze im Lufthansa-Hauptquartier besetzt werden.

Von den heute 130.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wolle die Lufthansa Group "mindestens 100.000" erhalten, obwohl die Coronavirus-Pandemie das Geschäft noch über Jahre belasten werde. Dass knapp 30.000 Stellen akut in Gefahr seien, hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr schon vor Wochen erklärt.

Der Aktienmarkt reagierte verdrießlich auf die neuen Ankündigungen des Vorstands und ließ die Aktie absacken. Sie hat binnen eines Jahres schon rund die Hälfte ihres Wertes eingebüßt. Im Juni stieg der Konzern nach 32 Jahren aus dem Dax ab.

Aber nicht nur die Coronavirus-Pandemie bringt die Luftfahrtindustrie in Bedrängnis. Wie stark ambitioniertere Klimaziele und die angepeilte Klimaneutralität bis 2050 in der EU in den Zukunftsstrategien der Lufthansa vorkommen, wird sich noch zeigen müssen. Wie in der Automobilindustrie treffen auch in der Luftfahrtindustrie Transformationsdruck und Krise aufeinander.

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(kbe)