Keine wirtschaftliche Perspektive: Institut für Rundfunktechnik wird geschlossen

Die öffentlich-rechtlichen Sender als Gesellschafter trennen sich vom IRT. Damit gehen mehr als 60 Jahre Forschung für Rundfunktechnik zu Ende.

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(Bild: PrinceOfLove/shutterstock.com)

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Das Institut für Rundfunktechnik (IRT) der öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland und weiterer Sender des deutschsprachigen Raums wird geschlossen. Das haben die Gesellschafter des Instituts auf einer erneuten Sondersitzung entschieden. Sie konnten kein "tragfähiges Modell für eine Fortführung" finden, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Damit wird die mehr als 60-jährige Geschichte des Instituts zu Ende gehen.

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Nachdem alle 14 Gesellschafter Ende letzten Jahres in kurzer Folge ihr Gesellschafterverhältnis gekündigt hatten, war die Zukunft des Instituts offen. Die Frist läuft Endes dieses Jahres aus. Zuletzt hatte eine Sitzung Ende Juli kein Ergebnis erbracht. Nun ist in einer weiteren Sondersitzung die Entscheidung gefallen: Das Institut wird geschlossen, die ausgesprochenen Kündigungen der Gesellschafter bleiben bestehen. Man habe "keine belastbare wirtschaftliche Zukunftsperspektive erarbeiten" können, heißt es. Für die rund 100 Mitarbeiter (darunter viele Ingenieure) am Standort München solle nun ein Sozialplan erarbeitet werden.

Ursprünglich hatte sich das ZDF gegen einen Weiterbetrieb des IRT in der gegenwärtigen Form und für eine Integration in einen großen Forschungsverbund ausgesprochen. Weil der Sender diese Position nicht durchsetzen konnte, kündigte er seine Mitgliedschaft, woraufhin alle anderen Gesellschafter ebenfalls kündigten.

Das IRT ist eine Forschungseinrichtung für Rundfunk- und Medientechnik. Es soll neue Technologien für den Rundfunk erarbeiten, beispielsweise in den Bereichen drahtlose Produktionstechnik für bessere Übertragungen, Künstliche Intelligenz oder beim Mobilfunkstandard 5G. Die 14 Gesellschafter sind in Deutschland die öffentlich-rechtlichen Sender von ARD, ZDF, Deutschlandfunk und Deutscher Welle sowie ORF in Österreich und SRG in der Schweiz. Das IRT finanziert sich zu 70 Prozent aus Gesellschafterzuschüssen und zu 30 Prozent aus Fördermitteln, Auftragsforschung und Lizenzeinnahmen.

(tiw)